ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:40 Uhr

Potsdamer Landtag lehnt Antrag zu überregionalen Buslinien ab

"Flixbusse" wie dieser fahren auch von Görlitz durch die Lausitz nach Berlin. Die Grünen setzen sich im Landtag für Schaffung "landesbedeutsamer Buslinien" ein.
"Flixbusse" wie dieser fahren auch von Görlitz durch die Lausitz nach Berlin. Die Grünen setzen sich im Landtag für Schaffung "landesbedeutsamer Buslinien" ein. FOTO: dpa
Potsdam. Es war ein konkretes Beispiel: "Mal angenommen, ich hätte bei der jüngsten Landtagswahl meinen Gegenkandidaten der SPD, Jörg Vogelsänger, zum Kaffeetrinken besuchen wollen", sagte der Grünen-Politiker Michael Jungclaus am Donnerstag im Landtag. "Also nur mal angenommen. iwe1

" Ohne Auto wäre dieses Projekt gescheitert: Denn für die 14 Kilometer zwischen Neuenhagen und Erkner hätte der Grünen-Politiker mit Bus und Bahn mehr als eine Stunde gebraucht.

Jungclaus schilderte das Beispiel gestern im Landtag. In der Plenardebatte setzte sich der Verkehrsexperte der Grünen für den Antrag seiner Fraktion zur Schaffung "landesbedeutsamer Buslinien" ein: Neben den von Berlin aus sternförmig ins Land hinaus gehenden Bahnlinien benötige es auch Querverbindungen, die über die Landkreisgrenzen hinweg vom Land finanziert werden sollten.

Doch bei der rot-roten Regierungskoalition biss Jungclaus damit auf Granit. "Wir meinen, dass das Verzahnen der Angebote nicht Aufgabe des Landes ist", sagte die Cottbuser Abgeordnete Kerstin Kircheis (SPD). Das Land sei für den Schienenverkehr zuständig, die Kreise für die Busse. Das Thema Querverbindungen sollte allerdings in den neuen Landesnahverkehrsplan einfließen. Und auch Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) machte deutlich, dass es schon kreisübergreifende Buslinien gebe, etwa im Bereich Dahme-Spreewald, wo es etwa Busverbindungen in den Süden Berlins gebe. Zudem gebe es in einer ganzen Reihe von Landkreisen die sogenannten Plusbusse, die das Bahnangebot verstärkten.

Will also Michael Jungclaus tatsächlich demnächst einen Kaffee mit Jörg Vogelsänger trinken, wird er weiterhin auf Auto, Fahrrad oder Schusters Rappen ausweichen müssen: Der Antrag der Grünen wurde gestern mit den Stimmen der Koalition abgelehnt.