ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 08:53 Uhr

Bilanz des Blitzer-Marathons am Mittwoch
Polizei spricht von „erschreckendem Ergebnis“

Am Mittwoch gab’s jede Menge Fotos für Autofahrer, die zu schnell unterwegs waren. Im Bereich der Polizeidirektion Süd waren das 743.
Am Mittwoch gab’s jede Menge Fotos für Autofahrer, die zu schnell unterwegs waren. Im Bereich der Polizeidirektion Süd waren das 743. FOTO: Fabian Sommer / dpa
Cottbus. Einen ganzen Tag lang haben am Mittwoch Polizei und Kommunen im Land Brandenburg die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer überwacht. Jetzt liegen die Zahlen aus dem Bereich der Polizeidirektion Süd vor. Von Frank Hilbert

Von 6 bis 22 Uhr dauerte der diesjährige Blitzer-Marathon, bei dem immerhin 743 Fahrzeugführer im Bereich der Polizeidirektion Süd zu schnell unterwegs waren. Das sei ein „erschreckendes Ergebnis“, betonte Polizeisprecher Ralph Meier am Donnerstagmorgen gegenüber der RUNDSCHAU. Und dies umso mehr, weil der Blitzer-Marathon vorher angekündigt wurde. „Wir wollen die Autofahrer nicht vordergründig abstrafen, sondern wachrütteln.“

Den traurigen Rekord hält ein Autofahrer, der auf der B 96a bei Schönefeld mit 157 km/h bei erlaubten 100 erwischt wurde. In Cottbus war ein Autofahrer auf dem Stadtring der Schnellste. Mit 85 Stundenkilometern fuhr er auf der erlaubten 50er-Strecke durch einen Kontrollpunkt.

Darüber hinaus seien vier Gurtmuffel gestoppt worden sowie drei Autofahrer, die alkoholisiert unterwegs waren. Für den Spitzenwert von 2,37 Promille sorgte hier ein 54-Jähriger, der um 19.20 Uhr auf der L 54 bei Saßleben unweit von Calau im OSL-Kreis erwischt wurde.

Landesweit ist es zu 6991 Überschreitungen der Geschwindigkeit gekommen, teilt das Polizeipräsidium Potsdam mit. Das seien annähernd so viele Verstöße wie im vergangenen Jahr gewesen, wo 7015 Autofahrer zu schnell waren. Mit 323 Beamten an 131 Kontrollpunkten wurde das Einhalten der Geschwindigkeit kontrolliert. 185 141 Fahrzeuge wurden durch automatisierte Messtechnik und mit Handlasermessgeräten gemessen.

So wurde auf der A24, in Fahrtrichtung Rostock, ein Pkw mit 201 km/h bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit 120 km/h geblitzt. In der Baustelle A10 am Autobahndreieck Nuthethal fuhr ein Autofahrer 157 Stundenkilometer, statt der erlaubten 60 km/h. In Hoppegarten (Landkreis Märkisch Oderland) wurde ein 36-jähriger Autofahrer mit einem Handlasergerät gemessen. Er fuhr 109 km/h, bei zulässigen 50 km/h. Der Fahrer gab bei der Befragung sogar an, dass er vom Blitzmarathon gewusst habe.

Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit ist nach wie vor eine der „tödlichsten“ Verkehrsunfallursachen im Land Brandenburg. 43 (33) Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang mussten im Jahr 2017 (2016) in der Polizeidirektion Süd registriert werden. Allein davon war bei neun (elf) Unfällen unangepasste Geschwindigkeit die Ursache. Neun (zwölf) Insassen verloren dabei ihr Leben.

Auch in den ersten Monaten des Jahres 2018 geht die Tendenz in diese Richtung. Von bislang sieben Unfällen mit tödlichem Ausgang, mussten bei zwei Geschwindigkeitsunfällen drei Tote beklagt werden.