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Razzien in ganz Deutschland
Polizei schlägt bei Lausitzer Raubkopierer zu

Cyber-Polizisten sind in den vergangenen Tagen erfolgreich gegen Raubkopierer vorgegangen.
Cyber-Polizisten sind in den vergangenen Tagen erfolgreich gegen Raubkopierer vorgegangen. FOTO: Ole Spata / dpa
Cottbus. Mehrfach ist die Polizei in dieser Woche gegen Raubkopierer im Internet vorgegangen. Seiten wurden vom Netz genommen. Dutzende Verdächtige bekamen Besuch von der Polizei, darunter auch ein Lausitzer. Von Bodo Baumert

Usenetrevolution.info heißt die Internetseite, über die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Freitag berichtet hat. In den vergangenen Tagen sind Ermittler in 13 Bundesländern gegen die Betreiber der Seite vorgegangen. 42 Verdächtige bekamen Besuch von der Polizei. Dabei seien Beweismittel, insbesondere Computer und Datenträger sichergestellt worden. „Die Beschuldigten im Alter von 23 bis 72 Jahren stehen im Verdacht, das über das Internet zugängliche, illegale deutschsprachige Download-Portal betrieben und organisiert zu haben“, heißt es in einer Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft und der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität. Auf dem Portal wurde eine Vielzahl an Raubkopien von Kinofilmen, Filmserien, Musik, Software, Computerspielen und E-Books angeboten, ohne hierfür Gebühren an die Rechteinhaber abzuführen. „Zuletzt umfasste das Download-Portal etwa 27 000 Mitglieder“, so die Generalstaatsanwaltschaft. Die Server standen ind Frankreich und den Niederlanden.

Hauptbeschuldigter ist ein 49-Jähriger aus Hessen. Er steht im Verdacht, als Administrator für den technischen Betrieb des illegalen Download-Portals verantwortlich gewesen zu sein. Die weiteren Beschuldigten stehen in Verdacht, als Moderatoren oder „Uploader“ den Betrieb organisiert oder zumindest unterstützt zu haben. Zu den genauen Wohnorten der Beschuldigten sagen die Ermittler nichts. Aus den beteiligten Staatsanwaltschaften lässt sich aber erkennen, woher sie kommen. So ist unter anderem die Staatsanwaltschaft Cottbus beteiligt. ebenso wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden.

Letzterer berichtete bereits am Donnerstag über einen weiteren Schlag gegen Raubkopierer. Spezialisten der Generalstaatsanwaltschaft und des Landeskriminalamtes Sachsen haben ein weltweites Netz von Urheberrechtsverletzungen im Internet zerschlagen. Dabei wurden Wohn- und Geschäftsräume von 26 Beschuldigten sowie Rechenzentren in Deutschland, Spanien, den Niederlanden, San Marino und der Schweiz sowie in Kanada durchsucht. In Spanien und Sachsen wurden Haftbefehle gegen zwei deutsche Staatsangehörige im Alter von 31 und 39 Jahren vollstreckt, einer davon aus Sachsen. Der in Spanien festgenommene Mann ist den Angaben zufolge der mutmaßliche Kopf der Gruppe. Seine Auslieferung sei beantragt worden.

Die Beschuldigten sollen die Internetportale www.town.ag und www.usenet-town.com betrieben haben. Auf diesen seien illegal Filme, Serien, Musik, Software, E-Books, Hörbücher sowie E-Paper angeboten worden. Den Rechteinhabern ist den Angaben zufolge dadurch ein Schaden von mehreren Millionen Euro entstanden.

Alle drei Online-Portale wurden wurden durch die Polizei Netz genommen. (mit dpa)