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| 08:31 Uhr

Projekt gegen Bankomatensprenger
Polizei prüft mit bisher einzigartigem Einsatz die Lausitzer Geldautomaten

In Burg hatten die Bankomatensprenger im Oktober zugeschlagen. Mittlerweile ist die Filiale der Sparkasse renoviert und besser gesichert worden.
In Burg hatten die Bankomatensprenger im Oktober zugeschlagen. Mittlerweile ist die Filiale der Sparkasse renoviert und besser gesichert worden. FOTO: Michael Helbig
Cottbus/Potsdam. Im Kampf gegen die Geldautomatensprenger setzt die Polizei in Brandenburg nicht nur auf Ermittler und Fahnder. Gemeinsam mit den Banken werden derzeit alle Standorte von Geldautomaten im Land geprüft und Sicherungsmaßnahmen besprochen. Von Bodo Baumert

Mit großem Aufwand betreibt die Brandenburger Polizei den Einsatz gegen die Bankomatensprenger. Die 2016 gegründete Soko „Fläming“ wurde im vergangenen Herbst noch einmal ausgeweitet. In der BAO „Geld“ wurde die Zahl der Ermittler auf 20 verdoppelt. Zusätzlich wurde eine eigene Präventionsgruppe geschaffen –  „bundesweit einmalig“, wie das Polizeipräsidium betont.

Die Polizisten des Präventionsbereichs haben alle Standorte von Geldautomaten in Brandenburg untersucht und zunächst nach Gefährdungsklassen aufgeteilt. Als besonders gefährdet gelten Standorte, bei denen in unmittelbarer Nähe – etwa über der Bankfiliale – Wohnungen sind. Angesichts der Schäden, die die Bankomatensprenger bei einigen Anschlägen in den vergangenen Monaten verursacht haben, kann hier eine Gefährdung von Menschenleben nicht ausgeschlossen werden. Gemeinsam mit den Banken haben die Polizisten dann versucht, an diesen Standorten die Sicherheit zu erhöhen. Polizeisprecher Mario Heinemann verweist auf einfache Möglichkeiten wie die Schließung der Filialen zu „tatkritischen Zeiten“, also nachts. In einigen Filialen wurden auch durch bauliche Maßnahmen zusätzliche Hürden für die Täter aufgebaut. Auch sichtbare Überwachungstechnik und neue Geldautomaten mit eingebauter Sprengwirkungshemmung werden für Standorte diskutiert.

Als Musterbeispiel nennt der Leiter der BAO „Geld“, Kriminaloberrat Mathias Schäle, die Filiale in Burg. Dort hatten die Bankomatensprenger im Oktober zugeschlagen und erheblichen Schaden an der Filiale der Sparkasse hinterlassen. Nach Reparatur und Umbau sei die Filiale nun deutlich besser gesichert. „Die neuen Geldautomaten in der Geschäftsstelle Burg entsprechen höchstem technischen Niveau und aktuellen modernsten Sicherheitsstandards“, bestätigt Anja Schroschk, Referentin für Unternehmenskommunikation bei der Sparkasse Spree-Neiße.

Nach und nach prüfen die Polizisten der Präventionsgruppe nun die weiteren Standorte im Land. Ein Muster, an welchen Standorten die Banden zuschlagen, lässt sich dabei bisher nicht erkennen. Waren es zum Anfang der Anschlagserie 2016 vor allem ländliche Bankfilialen mit direkter Autobahn-Anbindung, gehen die Täter mittlerweile auch direkt in die Innenstädte, wie der Anschlag auf dem Cottbuser Altmarkt im vergangene Jahr eindrucksvoll bewiesen hat.

60 Angriffe auf Geldautomaten hat es seit 2015 in Brandenburg gegeben, 26 davon im vergangenen Jahr. Seit Dezember werden es weniger. Auch ein Erfolg der Präventionsarbeit? Das bleibt abzuwarten. Geholfen hat sicher auch, dass die Polizei Anfang Februar in Polen gleich zwei Banden das Handwerk legen konnte. Acht Personen wurden verhaftet, ein Verdächtiger befindet sich weiter auf der Flucht, wie Polizeisprecher Mario Heinemann bestätigt. Die europaweite Fahndung läuft. Die Ermittler gehen davon aus, dass mindestens zwei weitere Banden in der Lausitz am Werk waren. Ob sie es noch sind, werden die kommenden Wochen und Monate zeigen.