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| 13:19 Uhr

Nachwuchs
Polizei plant in Brandenburg jedes Jahr 400 Neueinstellungen

Polizeifahrzeuge stehen während einer Übergabezeremonie nebeneinander. Um die künftig frei werdenden Stellen zu besetzen will Brandenburgs Polizei jedes Jahr 400 Polizei-Anwärter im mittleren und gehobenen Dienst einstellen.
Polizeifahrzeuge stehen während einer Übergabezeremonie nebeneinander. Um die künftig frei werdenden Stellen zu besetzen will Brandenburgs Polizei jedes Jahr 400 Polizei-Anwärter im mittleren und gehobenen Dienst einstellen. FOTO: dpa / Ralf Hirschberger
Potsdam. Brandenburgs Polizei will mehr Polizei-Anwärter ausbilden. Dich finden sich genügend geeignete Kandidaten?

Die brandenburgische Polizei will nach bisherigen Planungen bis 2021 jedes Jahr 400 neue Polizei-Anwärter für den mittleren und gehobenen Dienst ausbilden, um schlagkräftig zu bleiben. „Das sind so viele wie noch nie zuvor. Brandenburg bildet damit auf Rekordniveau aus. Das ist auch notwendig“, sagte der Sprecher der Polizeifachhochschule in Oranienburg (Oberhavel), Robert Bechmann. Derzeit sei man in der Lage, den Einstellungsbedarf zu erfüllen. „Allerdings wird dies künftig angesichts der geburtenschwachen Jahrgänge und der derzeitigen Situation auf dem Arbeitsmarkt eine zunehmende Herausforderung“, sagte Bechmann.

Zum Einstellungstermin im kommenden Oktober gibt es laut Gewerkschaft der Polizei (GdP) genügend geeignete Bewerber für die Ausbildung im mittleren Dienst und für das Studium im gehobenen Dienst. Die Zahl geeigneter Kandidaten habe sich jedoch Jahr für Jahr verringert, sagte der GdP-Landesvorsitzende Andreas Schuster. Sie liege aktuell minimal über den Einstellungszahlen. So habe es auf die bislang 222 Einstellungen im gehobenen Dienst 230 und die 77 Einstellungen im mittleren Dienst 114 geeignete Bewerber gegeben.

Häufige Gründe für die Ablehnung von Bewerbern sind nach den Worten des Gewerkschaftsvorsitzenden fehlende gesundheitliche Eignung, fehlende körperliche Fitness sowie die Nichterfüllung von formalen Voraussetzungen. „Alle Bewerber müssen ein Auswahlverfahren durchlaufen und nur geeignete Bewerber werden eingestellt“, sagte Schuster. Eine Absenkung des Anforderungsniveaus lehne die GdP ab.

Als Grund dafür, dass die Polizei in Deutschland vielerorts kräftig an Neueinstellungen nachlegen muss, sieht Schuster eine „Fehlentwicklung“ bei Bund und Ländern. Vor acht Jahren hätten diese massiv Personal bei der Polizei eingespart. Mitterweile gebe es nun aber einen Kurswechsel, weil die aktuelle Lage zwingend mehr Personal erfordere. Nach Angaben aus dem Potsdamer Polizeipräsidium verfügt Brandenburgs Polizei derzeit über 8250 Stellen. Das sind laut Schuster aber Planstellen, von denen nur rund 8000 wirklich besetzt seien.

Im Wettbewerb um geeignete Bewerber gibt es nach Einschätzung der GdP in Brandenburg eine besondere Konkurrenzsituation. „Die hohe Anzahl von Bundesbehörden in Berlin und Potsdam und die Konkurrenz mit anderen Bundesländern sowie der Fachkräfte- und Ausbildungsbedarf in der freien Wirtschaft wirken sich negativ auf die Bewerberlage in der Brandenburger Polizei aus“, sagte Schuster. Darum müsse der Beruf des Polizisten attraktiver werden. Eine jüngst ausgehandelte Zulage für die Bereitschaftspolizei sowie die Errichtung eines Gesundheitsfonds seien wichtige Schritte auf diesem Weg.

(dpa/bob)