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| 15:53 Uhr

Lkw-Kontrollen
Unfall-Lkw rollt einfach weiter über die A 15

Die Polizei hat gestern bei einer Großkontrolle den Schwerlastverkehr in Brandenburg unter die Lupe genommen.
Die Polizei hat gestern bei einer Großkontrolle den Schwerlastverkehr in Brandenburg unter die Lupe genommen. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Potsdam. Großkontrolle der Polizei: Unangekündigt hat die Polizei des Landes Brandenburg am Mittwoch landesweit den gewerblichen Güter- und Personenverkehr unter die Lupe genommen. Insgesamt 69 Kollegen der Sonderüberwachungsgruppen, der Verkehrspolizei, der Autobahnpolizei und der Bereitschaftspolizei auf Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen waren im Einsatz, teilte die Polizei in Potsdam mit.

Im Zuge der Kontrollen wurden 189 Lkw und fünf Busse überprüft. Bei 130 Lkw und vier Bussen wurden dabei Verstöße festgestellt. 15 Lkw-Fahrern musste die Weiterfahrt auf Grund technischer Mängel, Überladung oder unsicherer Ladung untersagt werden. Zumeist sind die Lenk- und Ruhezeiten durch die Fahrer nicht eingehalten (68 Verstöße) worden, so die Polizei. Weitere Verstöße seien technische Mängel am Fahrzeug, Überladung, fehlende Dokumente oder Ausweise, zu geringer Sicherheitsabstand oder Geschwindigkeitsüberschreitungen gewesen.

Unrühmlicher Höhepunkt bei den Kontrollen war ein stark beschädigter Sattelzug, der auf der Autobahn 15 in Richtung Polen unterwegs war und auf Höhe der Anschlussstelle Bademeusel überprüft wurde. Dabei stellte sich heraus, dass der Lkw zuvor einen Verkehrsunfall auf der A 2 hatte. Auf Grund erheblicher unfallbedingter technischer Mängel ist dem Fahrer die Weiterfahrt bereits durch die Polizei in Sachsen-Anhalt untersagt worden. Nun wurde gegen den Fahrer eine Ordnungswidrigkeitenanzeige gefertigt, eine Sicherheitsleistung erhoben und die Weiterfahrt untersagt.

Besonders negativ fiel auch ein rumänischer Sattelzug auf. Bei der Überprüfung des Fahrtenschreibers gab es Verdachtsmomente auf eine Manipulation. Nach einer Detailuntersuchung in einer Fachwerkstatt bestätigte sich der Verdacht und es konnten sowohl eine technische Veränderung eines Getriebesensors wie auch ein Elektronikbauteil zur Veränderung des ABS-Geschwindigkeitssignals im LKW festgestellt werden. Bei der Vernehmung des Fahrzeugführers, bestritt dieser Kenntnis von den Manipulationen zu haben. Die technische Untersuchung des Lkw dauert weiterhin an. Gegen den Fahrer wurde eine Sicherheitsleistung in Höhe von 10 500 Euro verfügt.

Fazit der bisherigen Kontrollen der Polizei in Brandenburg: Im Zeitraum von Januar bis Mai 2018 wurden 5458 Verkehrsunfälle (5437 im Jahr 2017) unter der Beteiligung von gewerblichen Güter- und Personenverkehr registriert. 16 Menschen wurden dabei getötet und 546 verletzt (15 Getötete und 487 Verletzte im Jahr 2017). Von 5458 Verkehrsunfällen wurden 3964 durch den Lkw verursacht.

(roe)