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Polizei: Grusel-Clowns sind "phantasielose Nachahmungstäter"

FILE - epa05002877 A creepy clown and his puppet companion greet daring visitors at the Netherworld Haunted House in Norcross, Georgia, USA, 29 October 2015. First opened for the Halloween season in 1997, Netherworld is now considered one of the scariest and best haunted houses in the United States. EPA/ERIK S. LESSER (zu dpa-Korr "Nicht witzig: Gruselige Clowns terrorisieren die USA" vom 13.10.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
FILE - epa05002877 A creepy clown and his puppet companion greet daring visitors at the Netherworld Haunted House in Norcross, Georgia, USA, 29 October 2015. First opened for the Halloween season in 1997, Netherworld is now considered one of the scariest and best haunted houses in the United States. EPA/ERIK S. LESSER (zu dpa-Korr "Nicht witzig: Gruselige Clowns terrorisieren die USA" vom 13.10.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ FOTO: Erik S. Lesser (EPA)
Cottbus. Grusel-Clowns, die mit Horrormasken und Waffen Menschen erschrecken, sind seit Tagen ein trauriger Trend in Deutschland. In Brandenburg gab es am Wochenende laut Polizei wieder einzelne Vorfälle. Sehr viel öfter gibt es aber Falschmeldungen in sozialen Netzwerken – so wie aus Luckau. Bodo Baumert/mit dpa

"Horror-Clowns sind vor allem in sozialen Netzwerken aktuell immer noch ein Thema", teilt das Polizeipräsidium in Potsdam mit. "Bei den uns bekannten Fällen handelt es sich um phantasielose Nachahmungs- und Gelegenheitstaten."

In Brandenburg habe es am Wochenende "Einzelfälle" gegeben. In Wandlitz (Kreis Barnim) konnte laut Polizeiangaben ein 23-jähriger Tatverdächtiger, der maskiert eine Frau mit ihrer zwölfjährigen Tochter erschreckte, verhaftet werden. "Gegen ihn wurde eine Anzeige aufgenommen und die Clownsmaske sichergestellt", so die Meldung der Polizei.

Meldungen ähnlicher Vorfälle aus der Lausitz konnten bisher nicht bestätigt werden. Ein kursierendes Internetgerücht über Grusel-Clowns in Luckau hat sich als Falschmeldung entpuppt. In Bautzen hatte es am Donnerstagabend einen ersten Clown-Fall in der Region gegeben. Auch in Riesa gab es am Donnerstag einen Fall vor einer Schule.

"Nachahmer müssen mit einer Anzeige wegen Bedrohung, Nötigung oder Körperverletzung und einer Klage wegen Zahlung von Schmerzensgeld rechnen", warnt die Polizei.

Der Verband Deutscher Zirkusunternehmen fürchtet einen Imageschaden für die artistische Figur. "Mit einem Clown soll eigentlich Spaß, Freude und Tollpatschigkeit assoziiert werden. Über ihn soll man lachen", sagt der Vorsitzende des Vereins, Dieter Seeger. "Durch die Attacken wird der Clown immer mehr zum Angstobjekt."

Seit einigen Tagen registrieren die deutschen Behörden vermehrt Übergriffe und Angriffe bewaffneter Clowns, die mit dem anstehenden Halloween zu tun haben. Die Täter in unheimlichen Kostümen erschrecken und bedrohen Passanten. In Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen) griffen Maskierte einen 33-jährigen Mann mit einem Messer an und verletzten ihn leicht. Die gefilmten Aktionen werden häufig anschließend im Internet veröffentlicht.