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Politiker streiten über Viehdiebstahl

Potsdam. In Brandenburg sind in diesem Jahr bereits 336 Rinder gestohlen worden. Dies sind deutlich mehr als 2016, als 180 Tiere als gestohlen registriert wurden, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Freitag im Landtag. dpa/uf

Im Jahr 2015 waren lediglich 31 Rinder abhandengekommen. Ein Großteil der Diebstähle ereignete sich im ersten Quartal dieses Jahres.

Das Landeskriminalamt hatte im Frühjahr eine Sonderkommission "Koppel" eingerichtet, die derzeit sechs Mitarbeiter hat. Zudem wurde eine Broschüre an Landwirte verteilt, die Tipps zum Schutz vor den Tätern enthält. Ermittler vermuten, dass Banden die Tiere stehlen und aus der EU herausbringen. In der Bewertung des Sachberichts der Regierung zeigte sich der Landtag tief gespalten - Regierungskoalition und Grüne zeigten sich mit der Arbeit des Innenministers zufrieden, CDU und AfD übten dagegen harsche Kritik. Der Linken-Abgeordnete Sören Kosanke begrüßte die Broschüre für die Landwirte. "Man kann es Kriminellen schwer machen", sagte Kosanke. Schröter verwies darauf, dass Landwirte seit der Aufklärungskampagne die Diebstähle inzwischen schneller anzeigten. Früher seien die Taten von den Besitzern teils erst Wochen später bemerkt worden.

Der CDU-Abgeordnete Björn Lakenmacher sagte indes: "Das ist eine Broschüre mit Selbstschutz-Tipps." Eine spezielle Markierung von Rindern schrecke Täter aber nicht ab. "Sie machen es den Landwirten schwer." Notwendig seien mehr Polizeibeamte. Auch der AfD-Abgeordnete Thomas Jung forderte mehr Polizisten und die Ausweitung der grenznah erlaubten Schleierfahndung auf das ganze Land.

Lob erhielt Schröter von der Grünen-Abgeordneten Ursula Nonnemacher. Bei sechs Taten seien im Frühjahr zusammen 310 Tiere gestohlen worden, danach sei die Zahl deutlich gesunken. "Der bisherige Trend scheint sich nicht fortzusetzen", sagte Nonnemacher.