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| 02:55 Uhr

Polen haben eigene Begriffe für deutsche Orte

Görlitz. Drezno für Dresden, Lipsk für Leipzig, Ratyzbona für Regensburg oder Akwizgran für Aachen – die Liste polnischer Namen für deutsche Orte ist erstaunlich lang. Dass dafür eigene Begriffe in der fremden Sprache existierten, sei geschichtlich begründet, sagte der Vorsitzende des Ständigen Ausschusses für geografische Namen im deutschen Sprachraum, Helge Paulig. dpa/uf

Das Gremium tagt seit dem heutigen Montag für zwei Tage in Görlitz - zusammen mit Kollegen der Polnischen Namenskommission.

Geplant ist unter anderem auch der Besuch eines Gymnasiums, das Geografie-Unterricht für deutsche Schüler auf Polnisch und für polnische Schüler auf Deutsch anbietet. Wo sich in einer Landessprache Bezeichnungen für ausländische Städte, Flüsse oder Berge eingebürgert hätten, sollten diese durchaus genutzt werden, findet Paulig. Er bezeichnet solche Namen als "Kulturgut". Für deutsche Schulatlanten etwa habe die Kultusministerkonferenz festgelegt, dass darin die spracheigenen Begriffe erscheinen, die es historisch bedingt für polnische Orte gibt. Dazu zählten Breslau als frühere Hauptstadt der preußischen Provinz Schlesien oder Krakau, wo der sächsische Kurfürst August der Starke 1697 zum König von Polen gekrönt wurde.

In der früheren DDR seien dagegen die deutschen Bezeichnungen polnischer Städte aus dem offiziellen Sprachgebrauch verbannt gewesen, sagt Paulig. Es hieß Wroclaw statt Breslau, Szczecin statt Stettin oder Gdansk statt Danzig - aus politischen Gründen. Paulig vermutet, dass es auch darum gegangen sei, den Flüchtlingen und Vertriebenen die Unumkehrbarkeit ihres Schicksals zu verdeutlichen.