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Platzeck war zu DDR-Zeiten wenige Wochen Mitglied der LDPD

Potsdam. Sie geistert seit Jahren durch die vielbenutzte Online-Enzyklopädie „Wikipedia“ – die angeblich langjährige Mitgliedschaft von Matthias Platzeck bei der DDR-Blockpartei LDPD. Aber bislang war dieser Eintrag in Potsdam nie jemandem aufgefallen, und fast jeder der heutigen politischen Beobachter, aber auch viele Gefährten aus den Jahren von 1988 bis 1990 wissen nichts über eine angebliche Mitgliedschaft des heutigen SPD-Ministerpräsidenten in der LDPD, die am Gängelband der SED hing. Johann Legner

Bereits im Jahr 2005 hatte, damals allerdings weitgehend unbeachtet, das Magazin "Cicero" von einem Parteieintritt Plat zecks im Mai 1989 berichtet und dafür frühere LDPD-Funktionäre als Quelle anführte. Tatsächlich bestätigt der einstige Wohngebietsvorsitzende Ulrich Valjeur, dass der spätere SPD-Chef bei ihm in der Wohnung in der Berliner Vorstadt Mitglied der Blockpartei geworden war. Das genaue Datum wisse er allerdings nicht mehr und er erinnere sich auch nicht daran, ob und wie Platzeck wieder ausgetreten sei. Platzeck selbst sagte am Freitag dazu, auch er könne sich nicht mehr genau erinnern, wann er der Partei beigetreten sei. Es sei aber im Sommer '89 "eine Sache von wenigen Wochen" gewesen und er wisse noch nicht einmal, ob er jemals Beitrag bezahlt habe. Die Idee, in der Partei aktiv zu werden, sei im Freundeskreis entstanden, der sich damals für den Erhalt der Bausubstanz in Potsdam und den Umweltschutz einsetzte. "Wir haben darüber nachgedacht, ob wir den Laden übernehmen könnten", erinnert sich der Ministerpräsident. Johann Legner