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| 12:44 Uhr

Unkraut oder Küchenhelfer
Was hilft gegen Portulak-Plage im Garten?

     Portulak - die Halbsukkulente ist bestens angepasst an Trockenheit und Hitze und ärgert Lausitzer Gärtner.
Portulak - die Halbsukkulente ist bestens angepasst an Trockenheit und Hitze und ärgert Lausitzer Gärtner. FOTO: LR / Annette Schol
Cottbus. So, wie das Küchenkraut Portulak explosionsartig in die Lausitz kam und Gärtner in der Herzberger Region auf Trab hält, genauso ist der Beitrag auf LR-Online eingeschlagen: Grund genug für uns, dem „Unkraut“ Portulak auf den Zahn zu fühlen. Von Sybille von Danckelman

Viele Gärtner in der Lausitz haben plötzlich im Rasen oder Beet eine Pflanze, die sie gar nicht gepflanzt haben – Portulak. Erste Nachfrage beim Lausitzer Kräutermann Fritz Stopfkuchen: „Eine Gesundheitspflanze“, reagiert der Schipkauer. Unkraut sei Portulak nicht, so etwas gebe es für ihn auch nicht, sagt der versierte Hobby-Gärtner. Was man tun kann, um das aus Südamerika eingeschleppte Kraut loszuwerden, könne er nicht sagen. Er habe damit keine Erfahrung.

Jürgen Kusserow, Leiter Pflanzenzentrum der Cottbuser Floralia Gartenbau eG, kennt das alte Küchenkraut und auch die Sorgen mancher Hobby-Gärtner. Er sieht aber derzeit keinen Grund zur Panikmache. Er und auch die meisten Floralia-Kunden würden Portulak nicht so negativ bewerten. Da war der Buchsbaumzünsler vor zwei Jahren „schlimmer“, erinnert sich Kusserow. Im Endeffekt seien wir selber schuld, die trockenen und permanent heißen Sommer würden die Vermehrung solch eingeschleppter Pflanzen beschleunigen.

 Jürgen Kusserow: Der eine sieht Portulak als Küchenkraut, der andere als Unkraut. Es kommt immer auf die Perspektive an.
Jürgen Kusserow: Der eine sieht Portulak als Küchenkraut, der andere als Unkraut. Es kommt immer auf die Perspektive an. FOTO: LR / Nils Ohl

Der Cottbuser Landschaftsgärtner Hagen Engelmann betont, dass auch nicht bepflanzte oder nicht abgedeckte Flächen im Garten das Ausbreiten von Unkraut befördern.

Wer sich nun von Portulak in seinem Garten „belästigt“ fühlt, für den haben die Cottbuser Pflanzen-Experten folgende Ratschläge:

1. Ökologische Variante

Unkrautvernichter, die auf Heiß-Wasser-Basis funktionieren. Das Gewebe der Pflanzen wird zerstört, die Pflanze stirbt ab.

2. Chemische Variante

Herbizide wie Round up. Auf Kulturflächen (nicht auf Wegen) in kleinen Mengen erlaubt. Herbizide werden von der Blattmasse aufgenommen, gehen an die Wurzel und zerstört sie. Allerdings sind die wenigsten selektiv, sie zerstören alles.

3. Oberflächliche Variante

Mit einem Unkrautbrenner abflammen. Pflanzenteile werden auf hohe Temperaturen aufgeheizt, Zellwände platzen und Zellflüssigkeit tritt aus. Die Pflanzen vertrocknen und sterben ab.

4. Mechanische Variante

Gemeint ist selektives Handjäten. Das ist die aufwendigste, aber umweltfreundlichste Weise. Jürgen Kusserow favorisiert diese Variante mit einem Augenzwinkern: „Wer einen Garten hat, hat ja ein Hobby. Und da will man ja viel Zeit verbringen.“ Außerdem: Wer mit der Hand Unkraut jätet, bleibt in Bewegung und fit.

5. Abdeck-Variante

Brach liegender Boden lädt auch ungebetene Pflanzen in den Garten ein. Denn dort gibt es ausreichend Platz und Licht, sodass sich jeder Samen, jede Pflanze gut ausbreiten kann. Das verhindert der Konkurrenzdruck bestehender Pflanzen in geschlossenen Rasen- oder Beetflächen. Am besten ist es, offene, kahle Flächen mit Rasenmahd zu mulchen und abzudecken.