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| 19:28 Uhr

Kolumne
Ping-Pong-Pohl

Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Mit Wolfgang Pohl ist es ein bisschen wie mit einem Bumerang. Oder mit dem Ball beim Ping-Pong-Spiel. Immer wieder wird der ehemalige SPD-Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder) gerade so nicht in den Landtag gewählt. Von Benjamin Lassiwe

Und immer wieder kommt er dann im Lauf der Legislaturperiode als Nachrücker doch noch ins Landesparlament zurück.

So war es 2004, als Reinhold Dellmann, der auf der Landesliste vor ihm stand, Staatssekretär im Infrastrukturministerium war. So war es eine Legislaturperiode später, 2011, als Reinhold Dellmann sein Mandat niederlegte. Und so wird es wohl auch in diesem Jahr sein: Denn wenn der zum Landrat im Barnim gewählte Daniel Kurth (SPD) zum 1. August das Landesparlament verlässt, heisst der nächste Nachrücker auf der Landesliste der Partei – genau: Wolfgang Pohl. Und damit wird Pohl dann wohl auch in die Geschichte des Brandenburger Landtags eingehen. Denn drei Mal nachgerückt in bislang sechs möglichen Legislaturperioden – in Potsdam wäre das bislang einsamer Rekord. Doch eine ganze Reihe vor allem Lausitzer Abgeordnete sind Wolfgang Pohl dicht auf den Fersen: In der aktuellen Legislaturperiode sind etwa Barbara Hackenschmidt und Gabriele Theiss (beide SPD) schon zum zweiten Mal ins Landesparlament nachgerückt. Und auch Kerstin Kircheis (SPD) und Matthias Loehr (Linke) rutschten vor ihrer sicheren Wahl 2014 gleich zwei Mal in den Landtag hinein, weil andere Politiker, die vor ihnen auf der Landesliste standen, aus dem Parlament ausschieden.

In der nächsten Legislaturperiode könnte der Rekord von Pohl deswegen durchaus fallen. Einzige Voraussetzung: ein mittelprächtiger Listenplatz und ein mieses Ergebnis der eigenen Partei. Doch aktiv danach streben wird wohl kein einziger der heute im Brandenburger Landtag sitzenden Politiker: Denn der ewige Nachrücker zu sein, ist schließlich kein Vergnügen – wohl nicht einmal für Wolfgang Pohl.