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| 02:40 Uhr

Per Regionalbahn 40 Minuten länger nach Berlin

Der RE 2 ist wieder einmal Thema im Potsdamer Landtag.
Der RE 2 ist wieder einmal Thema im Potsdamer Landtag. FOTO: dpa
Cottbus. Geplanter Spreewald-Zug von Ministerin Schneider macht heute im Landtag Station. Ablehnung aus der Lausitz eilt ihm voraus. Christian Taubert

Das Dauerthema Regionalexpress (RE) 2 erreicht heute wieder einmal den Brandenburger Landtag. Im Infrastrukturausschuss soll Ministerin Kathrin Schneider (SPD) ihren Spreewald-Zug vorstellen. Er soll - befristet auf ein Jahr - im Zwei-Stunden-Takt zwischen Cottbus und Lübben verkehren und ab Fahrplanwechsel 2017/18 Anschluss an die RB 24 nach Berlin haben.

Die Ministerin will damit ihre Zusage realisieren, die drei Lausitzer Bahnhaltepunkte Kolkwitz, Kunersdorf und Raddusch der RE 2-Linie wieder anzukoppeln. Sie werden seit anderthalb Jahren tagsüber nicht mehr angefahren, wogegen sich seither Bürgerinitiativen wehren. Bei ihnen sorgt der vorgeschlagene Spreewald-Zug für Unverständnis.

Die drei Lausitz-Halte von der schnellen RE 2-Verbindung abzuschneiden, um dafür einen Regionalbahn-Pendelzug ohne Anschluss an den RE 2 anzubieten - "das ist eine Zumutung", erklärt der Chef der Bürgerinitiative Kolkwitz Gerd Bzdak. Denn Berufspendler würden 40 Minuten länger nach Berlin benötigen. Für den Kolkwitzer Matthias Hantscher steht fest: Wenn Regionalexpress und Pendelzug nicht zusammenpassen, "dann fährt man mit dem Auto zu einem RE-Halt oder gleich nach Berlin". Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag Rainer Genilke nennt den Vorschlag der Ministerin "unrealistisch. Wer soll sich entscheiden, mehr als zwei Stunden von Cottbus nach Berlin zu fahren?"

Selbst für SPD-Verkehrsexpertin Kerstin Kircheis ist der Spreewald-Zug keine Alternative für die Pendler der drei Lausitz-Orte. Und Anke Schwarzenberg (Linke) - alle drei Landtagsabgeordneten kommen aus der Lausitz - sieht im Spreewald-Zug "allenfalls eine Zwischenlösung", um mit der Bahn und Berlin über eine Aufsplittung des RE 2 und mehr Zuverlässigkeit auf dieser Linie zu beraten (siehe Infobox).

Zum Thema:
Parallel zum Vorschlag der Ministerin liegt ein Konzept vor, nach dem der Regionalexpress 2 Cottbus - Berlin - Wismar in Berlin geteilt werden soll (die RUNDSCHAU berichtete): in einen Südabschnitt Cottbus - Berlin-Charlottenburg und einen Nordwestabschnitt Wismar - Berlin-Ostbahnhof. Damit würden die Halte Kolkwitz, Kunersdorf und Raddusch wieder angekoppelt, und die Gesamtlinie erhielte mehr Stabilität und Zuverlässigkeit.