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Verkehr
Pendler in Brandenburgkünftig länger unterwegs

Potsdam. Wer zwischen Cottbus und Berlin mit dem Regionalexpress 2 pendelt, könnte ab 2023 möglicherweise elf Minuten mehr in die Bundeshauptstadt brauchen, als es derzeit nötig ist. Das geht aus einem Gutachten des Bahnexperten Hans Leister hervor, das dieser im Auftrag der Brandenburger CDU-Landtagsfraktion verfasst hat. Von Benjamin Lassiwe

Wie der CDU-Verkehrsexperte Rainer Genilke erklärte, würde der künftig für den RE2 vorgesehene Fahrplan, der unter anderem abwechselnde Halte in den Bahnhöfen Kolkwitz und Kunersdorf vorsehe, dafür sorgen, dass sich die Fahrzeit für Pendler pro Woche um insgesamt zwei Stunden verlängere. Zudem gingen in Berlin die Anschlüsse zu den ICE-Linien nach Hamburg sowie Braunschweig-Göttingen-Frankfurt am Main verloren.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Ingo Senftleben nannte die Ausschreibung des „Elbe-Spree-Netzes“ „vorschnell“. Es geschehe, ohne die Verabschiedung des Landesnahverkehrsplans abzuwarten. „Wir bilden damit nicht die Wünsche der Fahrgäste ab.“ Genilke forderte, die Ausschreibung vorerst zu stoppen. „Im Moment bestellen wir nur die Stehplätze von morgen“, sagte der CDU-Verkehrsexperte.

Ein Sprecher des Potsdamer Verkehrsministeriums sagte gegenüber der RUNDSCHAU, das Ministerium habe bei der Ausschreibung das bestellt, was die Infrastruktur hergebe. Man müsse sich bei allen Verkehren mit DB Netz abstimmen, zudem müssten Nadelöre wie der Bahnhof Königs Wusterhausen oder der Bahnhof Berlin-Spandau berücksichtigt werden. Man benötige eine bessere Infrastruktur, um bessere Angebote auf den Weg zu bringen. Entsprechende Planungen liefen bereits im Rahmen des Projekts „i2030“.