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Brandenburg
Parteien wollen mehr Ökolandbau und Tierschutz

Potsdam. (iwe) Pünktlich zum Beginn der Grünen Woche (19. bis 28. Januar) haben Brandenburgs Grüne die Landesregierung zu einem weiteren Ausbau des Ökolandbaus in Brandenburg aufgefordert. Ziel müsse es sein, dass im Jahr 2030 mehr als 25 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Brandenburg ökologisch bewirtschaftet werden, erklärte der Spreewälder Abgeordnete Benjamin Raschke am Dienstag in Potsdam. Ende 2016 waren dies nur 11,1 Prozent. Während Brandenburg früher beim Ökolandbau einen Spitzenplatz eingenommen habe, hätten mittlerweile das Saarland und Hessen höhere Anteile des Ökolandbaus erreicht als Brandenburg.

„Der Biomarkt brummt seit Jahren“, sagte Raschke. „Die immense Nachfrage nach Bioprodukten in der Region Berlin-Brandenburg wird aber nur zu einem geringen Teil mit Produkten aus Brandenburg bedient.“ Die Landesregierung habe die Chancen des boomenden Biomarktes verschlafen. Die Umstellungsprämie, die die Verluste der Landwirte bei der Umstellung auf ökologischen Landbau ausgleichen soll, sei in Brandenburg mit 210 Euro pro Hektar so gering wie in keinem anderen Bundesland. Um den Ökolandbau zu fördern, schlagen die Grünen neben einer Anhebung der Förderung den Aufbau eines „Landeskompetenzzentrums Ökolandbau“ vor, das Neueinsteiger im ökologischen Landbau umfassend unterstützen und die Kompetenzen in der Region weiter erhöhen soll.

Unterdessen kündigten SPD und Linke an, sich für eine Fortschreibung des Tierschutzplanes des Landes Brandenburg einsetzen zu wollen. In einem gemeinsamen Antrag forderten die Regierungsfraktionen die Landesregierung auf, bis Ende 2018 ein Umsetzungskonzept dafür vorzulegen. Darin soll auch festgeschrieben werden, wie und in welchem Turnus der Plan evaluiert werden soll, außerdem sollen die an seiner Erarbeitung beteiligten Interessengruppen weiterhin einbezogen werden. „Dass die unterschiedlichen Gruppen einander zuhören und versuchen, einander zu verstehen, ist das, was wir mit dem Tierschutzplan erreicht haben“, sagte die Linken-Abgeordnete Anke Schwarzenberg.

Die Grüne Woche in Berlin wird am Freitagabend in den Messehallen unterm Funkturm eröffnet. Brandenburg ist traditionell mit einer eigenen Halle vertreten.