| 02:40 Uhr

Ost-Grüne fordern Korrekturen bei Agrarförderung

Schwerin. Die Ost-Grünen haben vor einer Ausdehnung der industriellen Tierhaltung in den neuen Ländern und den Folgen für Umwelt, Tier und Mensch gewarnt. "Schweinebarone und Hühnerhalter aus den Niederlanden und aus Niedersachsen planen neue Großinvestitionen. dpa/uf

Das ist eine West-Ost-Wanderung von unglaublichem Ausmaß", sagte der Chef der brandenburgischen Grünen-Landtagsfraktion, Axel Vogel, am Montag bei einem Treffen mit seinen ostdeutschen Amtskollegen in Schwerin.

In einer Erklärung forderten die sechs Fraktionschefs Gesetze zur Durchsetzung einer "menschen-, tier- und umweltgerechten Nutztierhaltung". Die Kontrollen der Agrarbetriebe sollen verbessert und eine umfassende Verbraucheraufklärung sichergestellt werden. "Immer mehr Menschen wollen genau wissen, woher das Fleisch kommt und wie das Tier gehalten wurde, um dann bewusst ihre Kaufentscheidung zu treffen", sagte die Magdeburger Fraktionschefin Claudia Dalbert.

Die Grünen fordern von den Regierungen ihrer Länder Korrekturen in der Agrarförderung zugunsten kleinerer und ökologisch wirtschaftender Betriebe. Der Bau riesiger Ställe solle nicht mehr staatlich gefördert werden. "Massentierhaltung bringt kaum Arbeit für die Menschen in den Dörfern. Wenn es nur noch Großbetriebe gibt, entleeren sich die ländlichen Räume nur noch mehr", warnte die Grünen-Fraktionschefin im sächsischen Landtag, Antje Hermenau. Sie verwies auf die fatalen Folgen des hohen Antibiotikaeinsatzes. Die Zunahme multiresistenter Keime sei eine wachsende Gefahr.