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Jetzt anmelden für Ausfahrt am 9. Juni
Oldtimer gehen bald auf Spreewald-Gurken-Tour

Auf dem Sportplatz in Skadow – einem der Halte der Oldtimer-Rallye im vorigen Jahr – wurde geguckt, gestaunt und gefachsimpelt (Archivfoto).
Auf dem Sportplatz in Skadow – einem der Halte der Oldtimer-Rallye im vorigen Jahr – wurde geguckt, gestaunt und gefachsimpelt (Archivfoto). FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus/Hannover/Bremen. Am 9. Juni startet um 9 Uhr in Cottbus die 5. Oldtimerausfahrt „Alte Spreewald-Gurken“. Neu ist dieses Mal, dass nur Fahrzeuge bis zum Baujahr 1978 zugelassen sind. Das Teilnehmerfeld ist auf 100 Fahrzeuge limitiert. 477 386 Fahrzeuge mit Historien-Kennzeichen waren nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes zum Stichtag 1. Januar 2018 auf Deutschlands Straßen unterwegs. Von Frank Hilbert

Die Tour wird initiiert von der Oldtimer Akademie der Handwerkskammer Cottbus in Zusammenarbeit mit der SV Fortuna Skadow. Anmelden können sich interessierte noch hier. Bislang gibt es rund 40 Anmeldungen, wie die RUNDSCHAU auf Nachfrage von den Organisatoren erfuhr. Insgesamt 106 Fahrzeuge waren im vorigen Jahr an den Start gegangen.

Wie die Organisatoren informieren, soll es nach einem um 8 Uhr beginnenden Vorstarter-Frühstück in der Werkstatt der Oldtimer Akademie auf eine 130 Kilometer lange Ausfahrt gehen. Haltepunkt wird Straupitz sein, wo die Fahrzeuge an der Holländermühle zwischen 11 und 13 Uhr präsentiert werden. Von dort geht es nach dem Mittagsimbiss weiter nach Skadow zum Dorffest. Dort sollen auch die Pokale vergeben werden. Jeder Teilnehmer erhält zudem zur Erinnerung ein eigens geprägtes Rallye-Schild.

Geschwungene Linien, viel Chrom, unbekümmerter Spritverbrauch – das zeichnet viele Oldtimer aus, deren Zahl stetig zunimmt. 477 386 Fahrzeuge mit Historien-Kennzeichen waren nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes zum Stichtag 1. Januar 2018 auf Deutschlands Straßen unterwegs – knapp elf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das „H“ am Ende des Kfz-Kennzeichens dürfen nur Fahrzeuge führen, die älter als 30 Jahre sind und als „historisches Kulturgut“ gelten. Für den Halter kann dies Vorteile bei der Versicherung und dem Kfz-Steuersatz haben.

Allerdings hat nicht jeder Oldtimer ein H-Kennzeichen. Am Gesamtbestand von 63,7 Millionen zugelassenen Kraftfahrzeugen (1.1.2018) – Autos, Motorräder, Anhänger – machen 30 oder mehr Jahre alte Fahrzeuge mit rund 600 000 ein Prozent aus. Bei besonders kleinem Hubraum zahlt sich das H-Kennzeichen steuerlich nicht wirklich aus. Die Oldtimer-Hochburg ist Nordrhein-Westfalen mit 107 876 historischen Kraftfahrzeugen, darunter Pkw (97 715), Lkw, Motorräder und auch Anhänger.

Laut ADAC hat die Zulassung als Oldtimer unter anderem den Vorteil eines pauschalen Steuersatzes von 192 Euro (Pkw/Lkw) beziehungsweise 46 EUR im Jahr für ein Motorrad. Die Liste der beliebtesten Oldtimer führen – auch wohl mangels Masse – keine Modelle von NSU, DKW oder Borgward an. Seit Jahren sei die Reihenfolge der Hersteller auf den Spitzenplätzen unverändert: Daimler führt vor Volkswagen und Porsche, so der Verband der Deutschen Automobilindustrie.

Horst F. Beilharz hat nicht nur einen Jaguar Baujahr 1965 in der Garage, sondern auch ein elfenbeinfarbenes Mercedes-Coupé Baujahr 1957, das er vor Jahren in Schweden erwarb. „6 Zylinder, 2,2 Liter, 106 PS“, nennt der 74 Jahre alte Präsident des Vereins Allgemeiner Schnauferl-Club Landesgruppe Niedersachsen die Eckdaten. Nur 1900 Stück gab es von dem Modell. Sowohl der Jaguar als auch der Mercedes fahren mit H-Kennzeichen. „Das sind Autos, von denen man in der Jugend geträumt hat, die man sich dann, wenn man in Alter die Mittel hat, kauft.“

Versicherungen bieten für Oldtimer auch deshalb günstigere Tarife an, weil sie wissen, dass deren Halter die Fahrzeuge hegen und pflegen und besonders achtsam mit ihnen umgehen. „Bewahren der technischen Tradition und ein Erhalt in möglichst orginalem Zustand, sind zwei Ziele des im Jahr 1900 gegründeten Allgemeinen Schnauferl-Clubs (ASC). Für Beilharz sind die Oldtimer auch, aber nicht nur zum Anschauen da. „Das ist schließlich ein Automobil und kein Autosteher.“ Deshalb fährt er öfters mit dem Coupé nach Südengland durchs Cornwall. „Da ist beim Reisen dann der Weg das Ziel.“

Dem stimmt auch Marion Kayser zu, die gleich vier Oldtimer der Marke Borgward aus den Baujahren 1956 bis 1961 in der Garage hat, darunter ein Isabella Coupé und einen Borgward Hansa 2400, von denen es weltweit wohl gerade noch ein Dutzend gibt. Alle fahren mit H-Kennzeichen. Die Vorsitzende des Borgward-Clubs mit Sitz in Bremen war 2016 mit der Isabella sogar in China unterwegs, wobei der Oldtimer zuvor mit dem Schiff auf Reise geschickt wurde. Die H-Kennzeichen seien nicht nur steuerlich von Vorteil, betonte Kayser. „Wir dürfen damit auch in Umweltzonen von Städten fahren.“ (mit dpa)