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Potsdam
Nur das Flugwesen passt nicht rein

Potsdam. Finanzminister Christian Görke über Landesbeteiligungen: „Das kann sich sehen lassen.“

Das Land Brandenburg kann sich über ein gutes Ergebnis der meisten seiner Landesbeteiligungen freuen: Die 22 Unternehmen, an denen das Land beteiligt ist, erwirtschafteten im Jahr 2016 Überschüsse in Höhe von rund 24 Millionen Euro. Zudem wurden rund acht Prozent mehr Kapital investiert, als im Jahr 2015.

Das geht aus dem alle zwei Jahre erscheinenenden Beteiligungsbericht des Landes hervor, den Finanzminister Christian Görke (Linke) am Donnerstag in Potsdam vorstellte. Das Eigenkapital der Gesellschaften mit Landesbeteiligung betrug dabei rund 1,5 Milliarden Euro. Dies sei, so Görke, auch ein Kennzeichen für den Substanzwert der Unternehmen. „Das kann sich sehen lassen.“

In die Erfolgsbilanz nicht eingerechnet ist allerdings die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg, die im Jahr 2016 rund 100 Millionen Euro Verlust schrieb. Auf die Frage eines Journalisten in der Pressekonferenz antwortete Görke: „Das würde meine ganze positive Bilanz. . .“, und brach den Satz dann ab. Ihn persönlich ärgere „das Flugwesen“ jedenfalls genauso, wie viele anderen Bürger im Land. Deutlich negativ ist auch das Ergebnis der in Liquidation befindlichen Landesentwicklungsgesellschaft für Städtebau, Wohnen und Verkehr (LEG), die mit einem Defizit von rund 850 000 Euro abschloss. Allerdings sei die LEG, so Johannes Werner vom Finanzministerium, nicht mehr auf Kapitalzufuhren aus dem Landeshaushalt angewiesen. „Insgesamt ist das aber eine eher positive Entwicklung.“

Für die Rheinsberger Musikkultur gemeinnützige GmbH (MKR), die aus der Fusion von Kammeroper und Musikakademie Rheinsberg entstanden ist, sei die Landesbeteiligung ein wichtiges Kapital, sagte Thomas Falk, Geschäftsführer der MKR. Man habe 22 feste Arbeitsplätze im Kulturbereich schaffen können.

„Ich war wirklich erfreut und überrascht, wie viele Leute es wieder in die Region zieht, die von dort gekommen sind.“ Kammeroper und Schlosstheater hätten 2016 insgesamt rund 18 000 Gäste angezogen. Wirtschaftlich freilich arbeitet die MKR derzeit nicht: Trotz 1,25 Millionen Euro Landeszuschuss im Jahr 2016 ist im Beteiligungsbericht ein Defizit von rund 100 000 Euro vermerkt. Laut Falk sei dieses Defizit aber abschreibungsbedingt. Es beruhe auf vor einigen Jahren beschaffter Technik. Der Umsatzerlös der MKR sei aber 2017 bereits um 145 000 Euro gesteigert worden. Der Reinerlös für 2017 betrage etwa 13 000 Euro.