Viel Regen in den vergangenen Wochen in Brandenburg hat zu einer Entspannung der Niedrigwassersituation in den Flüssen Spree und Schwarze Elster geführt. Die Gefahr ist aber noch nicht gebannt, wie das Umweltministerium am Mittwoch mitteilte. Der Abfluss der Spree am Pegel Leibsch am Ausgang des Spreewaldes schwanke in den vergangenen Wochen zwischen 2,5 und 7 Kubikmeter pro Sekunde. „Heiße Tage machen sich dabei durch einen schnellen Abflussrückgang bemerkbar“, hieß es. Im langjährigen Mittel (1991 bis 2019) sind es im Juli dort demnach 7,26 Kubikmeter. Um die Abflüsse der Spree zu stützen, wurden die Talsperren in Quitzdorf und Spremberg sowie die Speicher Lohsa I, Bärwalde und Lohsa II beansprucht.
Die ausbleibenden Niederschläge im Juni hatten zu einem drastischen Einbruch im Abfluss der Schwarzen Elster geführt. Während am Pegel Neuwiese (zwischen Hoyerswerda und Senftenberg) noch 70 Liter pro Sekunde gemessen wurde, kam der Abfluss bis zum Verteilerwehr Kleinkoschen vollständig zum Erliegen. Niederschläge Ende Juni und Anfang Juli konnten die Situation etwas entschärfen und für eine permanente Wasserführung bis Kleinkoschen sorgen.

Grundwasserdefizite noch nicht ausgeglichen

Auch in Sachsen bewegten sich die Werte nahe dem langjährigen Mittel - obwohl es hier weniger geregnet habe als in Brandenburg. Die Grundwasserdefizite der Vorjahre seien noch nicht ausgeglichen. Daher machten sich mehrere regenfreie Tage schnell bemerkbar.
Vor allem im Norden Brandenburgs regnete es nach einem trockenen Juni seit Monatsende und den ersten Juliwochen stark. Die Station Angermünde (Uckermark) zählte Anfang Juli nach viel Regen laut dem Landesamt für Umwelt mit 169 Litern pro Quadratmeter zu den „Spitzenreitern“ im Norden. Das entsprach fast dem dreifachen Normalwert für den Monat Juni, der bei 59 Litern pro Quadratmeter liegt. Überschwemmungen und Erdrutsche, umgestürzte Bäume und vollgelaufene Keller waren die Folge.