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Nichts fährt mehr im Nahverkehr

Busse werden vielerorts in den Depots bleiben.
Busse werden vielerorts in den Depots bleiben. FOTO: dpa
Potsdam. Busse und Straßenbahnen werden in Teilen Brandenburgs zu Wochenbeginn in ihren Depots bleiben. Eine Ausweitung des Streiks im Nahverkehr ist geplant, der Tarifkonflikt festgefahren. dpa/sm

Brandenburgs Nahverkehr steht kurz vor einem unbefristeten Streik. Die Gewerkschaft Verdi rief am Samstag die Bus- und Straßenbahnfahrer in den Landkreisen Uckermark und Ostprignitz-Ruppin dazu auf, ihre Arbeit vom kommenden Montag an niederzulegen. Zuvor war eine Frist verstrichen, ohne dass die Arbeitgeber ein neues Angebot vorlegten.

"Vom Streik werden alle Bereiche - also auch der Schulbusverkehr - betroffen sein", hieß es in einer Verdi-Mitteilung. Wenn ein verhandlungsfähiges Angebot unterbreitet werde, sei man bereit, den Streik sofort auszusetzen, sagte Verdi-Verhandlungsführer Marco Pavlik. Die Gewerkschaft will die Streiks schrittweise auch auf andere Kreise und kreisfreie Städte ausweiten. Die Landkreise Oberhavel, Elbe-Elster, Prignitz und Oberspreewald-Lausitz wären nicht betroffen, weil dort Haustarifverträge gelten.

Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von 120 Euro monatlich brutto. Die Arbeitgeber boten zuletzt jeweils 45 Euro Plus in zwei Schritten und eine Einmalzahlung von 180 Euro an. Unvereinbar scheinen die Positionen bislang aber vor allem, weil Verdi ein zusätzliches Urlaubsgeld oder wenigstens zusätzliche Urlaubstage nur für Gewerkschaftsmitglieder verlangt. Dies lehnt der Verband aber strikt ab. Der KAV warf der Gewerkschaft vor, weder über ein verbessertes Angebot reden zu wollen, noch den früheren Landtagspräsidenten Gunter Fritsch kurzfristig als Vermittler akzeptiert zu haben.