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| 02:41 Uhr

Nicht für jedes Gehöft eine Tonne

Der Biomüll soll ab Januar unter anderem zu Humus oder Biogas verarbeitet werden.
Der Biomüll soll ab Januar unter anderem zu Humus oder Biogas verarbeitet werden. FOTO: dpa
Potsdam. Das Sammeln von Bioabfällen soll helfen, das Klima zu schonen. Ab 2015 wird es daher nach dem Willen des Gesetzgebers deutlich mehr Biotonnen geben. In Brandenburg muss aber nicht jedes noch so abgelegene Gehöft eine Tonne aufstellen. dpa/roe

Die ab 2015 bundesweit geltende Biotonnen-Pflicht soll in Brandenburg laut Umweltministerium mit "Augenmaß" umgesetzt werden. Es werde keinen Anschlusszwang für abgelegene Häuser und Höfe geben, sagte der Abteilungsleiter für Umwelt, Klimaschutz und Nachhaltigkeit, Günter Hälsig. Vielmehr wolle das Land die Verhältnismäßigkeit wahren und sich auf Ballungsräume, Mittel- und Oberzentren konzentrieren. "Wir wollen die Bio-Tonne zuerst dort einführen, wo die Voraussetzungen am besten sind", betonte Hälsig.

Spätestens ab 1. Januar 2015 müssen Bioabfälle bundesweit laut Kreislaufwirtschaftsgesetz getrennt gesammelt werden. Der Biomüll kann unter anderem zu Humus oder Biogas verarbeitet werden. Das Gesetz lasse Ausnahmen für Haushalte zu, die ihre Bio-Abfälle selbst kompostieren, sagte Hälsig. Das sei in Brandenburg häufig der Fall. Es lohne sich auch aus Kostengründen und aus Klimaschutz-Sicht nicht immer, Biogut von entlegenen Haushalten abzuholen.

Das Land erarbeite auf Basis eines Gutachtens derzeit eine Konzeption zur Umsetzung des Gesetzes. Es gebe verschiedene Varianten. Brandenburg favorisiere einen freiwilligen Anschluss an die Biotonne und ein besseres Angebot zur Entsorgung größerer Grünabfall-Mengen auf Wertstoffhöfen. Außerdem müsse auch überlegt werden, wie und wo das anfallende Biogut verarbeitet werden kann. Hier muss es aus Sicht Hälsigs aus Kostengründen und zur möglichst großen Auslastung auch kreisübergreifende Lösungen, etwa für Vergärungsanlagen, geben.

Schon jetzt trennen viele Deutsche ihren Hausmüll und entsorgen Küchenabfälle in Biotonnen. Mit durchschnittlich 2,5 Kilogramm Biogut pro erwachsenem Einwohner und Jahr liegt Brandenburg laut Hälsig bundesweit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Nur einige Kreise und Städte wie beispielsweise Potsdam-Mittelmark und Potsdam setzen bereits jetzt auf Biotonnen. In Spitzenreiter-Bundesländern wie Hessen (80 Kilogramm) und Rheinland-Pfalz (73 Kilogramm) lande deutlich mehr Bio-Abfall in dafür vorgesehenen Tonnen.