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| 02:40 Uhr

Neues Register für bessere Krebsbehandlung startet

Von heute an müssen Berliner Ärzte neu diagnostizierte Krebserkrankungen an das klinische Krebsregister melden. Brandenburg hat bereits seit 1995 ein flächendeckendes klinisches Krebsregister.
Von heute an müssen Berliner Ärzte neu diagnostizierte Krebserkrankungen an das klinische Krebsregister melden. Brandenburg hat bereits seit 1995 ein flächendeckendes klinisches Krebsregister. FOTO: dpa
Berlin. Krebs zählt zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Berlin und Brandenburg wollen die tückische Krankheit künftig gemeinsam erfolgreicher bekämpfen. Das Sammeln neuer Daten beginnt heute. dpa/uf

Von heute an müssen Berliner Ärzte neu diagnostizierte Krebserkrankungen dem klinischen Krebsregister melden. Die neue Datensammlung soll dabei helfen, Tumorerkrankungen noch effektiver und gezielter zu bekämpfen. Berlin und Brandenburg schlossen sich als einzige Bundesländer für das neue Register zusammen, weil bis zu 20 Prozent der Brandenburger Patienten in der Hauptstadt behandelt werden.

Heute tritt der Staatsvertrag zum klinischen Krebsregister in Kraft, sagte Regina Kneiding, Sprecherin der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit.

Datenqualität ist A und O

In dem neuen Register sollen Informationen zu Krebsdiagnosen, Behandlungen und Nachsorge aus beiden Bundesländern gesammelt und ausgewertet werden. Dabei geht es neben der Qualität der Therapien auch um die Überlebenszeiten der Patienten, ihre tumorfreie Zeit, Rückfälle und Lebensqualität. Ziel der Kooperation ist vor allem eine bessere Versorgung der Patienten.

Das klinische Krebsregister liefere mit vollständigen individuellen Behandlungsverläufen wertvolle Informationen, sagte Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU). "Der Nutzen hängt aber entscheidend von der Datenqualität ab", ergänzte Czaja. "Wir brauchen für die Qualität der Aussagen eine Meldequote von über 90 Prozent." Der Senator setzt auf die Kooperation der Mediziner. Neben Diagnosen und Behandlungsmethoden sollen die Ärzte neben erfolgreichen Therapien auch Trauriges melden: Rückfälle und auch den Tod ihrer Patienten.

Datensammlung in Cottbus

In Berlin werden die Gesamtkosten für den Aufbau des klinischen Krebsregisters auf rund 775 000 Euro geschätzt, bei der Finanzierung half die Deutsche Krebshilfe. Die Datensammlung wird künftig von einer Tochter der Landesärztekammer Brandenburg mit Sitz in Cottbus angelegt.

Es gibt fünf dezentrale Registerstellen in Brandenburg und eine in Berlin. Die Betriebskosten tragen in erster Linie die Krankenkassen.

Alle Bundesländer müssen bis Ende 2018 solche Datensammlungen aufbauen. Brandenburg hat bereits seit 1995 ein klinisches Krebsregister, für Berlin ist es neu. In der Zusammenschau aller Länderergebnisse hoffen Forscher auch auf ein besseres Gesamtbild für Krebs in Deutschland.

Zum Thema:
Noch immer ist Krebs nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. In Berlin erkranken pro Jahr rund 17 400 Menschen neu, rund 8800 sterben jedes Jahr an den Folgen. In Brandenburg sind es nach Angaben der Behörden rund 15 400 Neuerkrankungen und 7800 Todesfälle pro Jahr. In Sachsen sind laut Gesundheitsministerium zwischen 2011 und 2013 jedes Jahr 26 000 Menschen neu an Krebs erkrankt.