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| 02:42 Uhr

Neues Krebsregister für Berlin-Brandenburg

Ein Mitarbeiter im Institut der Pathologie an der Charité in Berlin schaut sich am PC eine eingescannte Gewebeprobe an.
Ein Mitarbeiter im Institut der Pathologie an der Charité in Berlin schaut sich am PC eine eingescannte Gewebeprobe an. FOTO: dpa
Berlin. Rund 20 000 Berliner erkranken jedes Jahr neu an Krebs. Ein weiteres Register gemeinsam mit Brandenburg soll in Zukunft eine effektivere Bekämpfung der Krankheit ermöglichen. dpa/uf

Berlin und Brandenburg wollen ab 2016 ein gemeinsames klinisches Krebsregister starten. Ziel sei die effektivere Bekämpfung der Krankheit, teilte die Senatsgesundheitsverwaltung am Mittwoch mit. In dem Register sollen Informationen zu Krebsdiagnosen, Behandlungen und Nachsorge aus beiden Bundesländern gesammelt und ausgewertet werden.

Dabei geht es neben der Qualität der Therapien auch um die Überlebenszeiten der Patienten, ihre tumorfreie Zeit, Rückfälle und Lebensqualität. Alle Bundesländer sind zum Aufbau eines solchen Registers verpflichtet, Zusammenschlüsse sind möglich.

"Mit dem klinischen Krebsregister schaffen wir ein wichtiges Instrument zur Verbesserung der Qualität von Krebsbehandlungen. Krebs ist immer noch die zweithäufigste Todesursache in Deutschland", sagte Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja am Mittwoch. Obwohl die Sterblichkeit sinke, steige aufgrund der höheren Lebenserwartung die Zahl der Neuerkrankungen. Nach den jüngsten Zahlen für 2011 erkrankten 8517 Berliner und 8846 Berlinerinnen neu an Krebs.

Das gemeinsame Register soll eine Zentrale im Land Brandenburg bekommen - als Tochter der dortigen Ärztekammer. Neben dem Hauptsitz soll es dezentrale Erfassungsstellen geben, neben Berlin unter anderem in Potsdam, Frankfurt (Oder), Schwedt und Neuruppin. Für Berlin geht die Gesundheitsverwaltung von rund 20 000 Krebsneuerkrankungen pro Jahr aus. Die Gesamtkosten für den Aufbau des Registers werden für Berlin auf 663 000 Euro geschätzt. 550 000 Euro kommen dabei aus einem Förderprogramm der Deutschen Krebshilfe.

Berlin, Brandenburg und andere ostdeutsche Bundesländer führen bislang bereits das Gemeinsame Krebsregister. Es zeigt vor allem, welche Krebsart wo vorkommt und wie oft. Klinische Register sollen im Unterschied dazu künftig erlauben, auch Erkenntnisse aus Therapieverläufen und -erfolgen zu gewinnen.