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Neuer Gäste-Rekord in Brandenburg

Der Luther-Pass des Landkreises Elbe-Elster verbindet die Städte Bad Liebenwerda, Doberlug-Kirchhain, Finsterwalde, Herzberg, Jüterbog, Mühlberg, Torgau und Wittenberg. Er lädt ein, sich auf Spurensuche zum Wirken des Reformators Martin Luther in der Region zu begeben.
Der Luther-Pass des Landkreises Elbe-Elster verbindet die Städte Bad Liebenwerda, Doberlug-Kirchhain, Finsterwalde, Herzberg, Jüterbog, Mühlberg, Torgau und Wittenberg. Er lädt ein, sich auf Spurensuche zum Wirken des Reformators Martin Luther in der Region zu begeben. FOTO: Frank Claus
Potsdam. Für das Wochenende und einen Kurztrip ist Brandenburg besonders gefragt. Aus zwei wichtigen Ländern bleiben aber Touristen weg. Benjamin Lassiwe / iwe1

Brandenburg gehen die Holländer aus. Die Reisenden aus den Niederlanden, die bisher eine der wichtigsten Touristengruppen im Land Brandenburg waren, haben sich im vergangenen Jahr rargemacht. 7,1 Prozent weniger Urlauber aus den Niederlanden und 6,9 Prozent weniger Übernachtungen verzeichnete das Statistische Landesamt im Jahr 2016.

Und auch die Gäste aus Polen und der Russischen Föderation blieben im vergangenen Jahr weg - während bei Urlaubern aus Dänemark, Italien, Spanien und Österreich teils spektakuläre Zuwachsraten zu verzeichnen waren. Mit 12 892 Gästen wuchs etwa die Zahl der Spanier, die zum Urlaub in das Land kamen, 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 33,3 Prozent.

Insgesamt konnte das Land 2016 aber erneut ein Rekordergebnis verbuchen: Rund 12,9 Millionen Übernachtungen entsprachen einem Plus von 2,9 Prozent - "obwohl wir im vergangenen Jahr kein Großereignis, wie eine Bundesgartenschau, im Land hatten", sagte Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD).

Dass die Niederländer ausblieben, liegt aus Sicht des Ministers vor allem an der großen Konkurrenz. Die nur 16,8 Millionen Einwohner des westlichen Nachbarlandes wurden auch von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mit großen Kampagnen umworben.

Bei Gruppen polnischer Reiseveranstalter seien dagegen politische Diskussionen im östlichen Nachbarland schuld am Ausbleiben der Touristen. Gerade Schüler- und Jugendgruppen blieben weg, seit in Polen negativ über die angeblich schlechte Sicherheitslage in Deutschland diskutiert werde, sagte der Geschäftsführer der Tourismus-Marketing Brandenburg (TMB), Dieter Hütte.

Im Jahr 2017 wird in Brandenburg das 500. Jubiläum der Reformation Martin Luthers das große touristische Thema sein: Der Luther-Pass im Landkreis Elbe-Elster, Ausstellungen in Mühlberg und Jüterbog, in Frankfurt (Oder), im Brandenburger Dom und auf der Burg Ziesar sollen Touristen in nach Brandenburg locken.

Auch auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag und der Internationalen Tourismus-Börse, die vom 8. bis 12. März in Berlin stattfindet, wollen Brandenburger Anbieter mit diesem Thema werben. "Brandenburg ist vorwiegend ein Zweit- und Kurzurlaubsland", sagte Gerber.

Das bedeute, dass die Gäste besondere Ansprüche an die Betriebe und die Infrastruktur stellten. "Bei den Gästen, die schon einmal zu Gast in Brandenburg waren, kommt das Land aber sehr gut an."

Zum Thema:
In der Lausitz gab es nach Angaben des Statistischen Landesamtes im vergangenen Jahr die höchsten Zuwachsraten gegenüber 2015 bei Übernachtungen von Touristen in Brandenburg. Der Spreewald erzielte mit 1,847 Millionen Übernachtungen ein Plus von 8,7 Prozent. Das Reisegebiet Niederlausitz kam mit 172 805 Übernachtungen auf ein Plus von 8,6 Prozent. Das Lausitzer Seenland erreichte mit 370 847 Übernachtungen den Landesrekord: Hier verzeichneten Hotels, Pensionen und Privatvermieter mit 370 847 Übernachtungen insgesamt 9,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor.