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Neuer Brandenburger SPD-Fraktionschef tritt sein Amt an

Der neue SPD-Fraktionschef, Mike Bischoff. Der 50-Jährige erhielt 27 Ja-Stimmen und eine Gegenstimme.
Der neue SPD-Fraktionschef, Mike Bischoff. Der 50-Jährige erhielt 27 Ja-Stimmen und eine Gegenstimme. FOTO: dpa
Potsdam. In seiner Garage steht ein alter Barkas-Lieferwagen, ganz in Rot. Der B-1000-Oldtimer, Baujahr 1985, ist der ganze Stolz des Uckermärker Landtagsabgeordneten Mike Bischoff. B. Lassiwe

"Den habe ich selbst mit aufgebaut", sagt Bischoff am Dienstag in Potsdam. Zum ersten Mal hat er im Presseraum im Erdgeschoss des Landtags als Fraktionsvorsitzender Platz genommen - kurz zuvor war er mit nur einer Gegenstimme zum Nachfolger des vor Weihnachten tragisch verstorbenen Klaus Ness gewählt worden.

"Ich bin der Neue", begrüßt Bischoff, der seit 2010 Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion war, die Journalisten. So wirklich neu freilich will der Neue gar nicht sein. In nahezu jedem Satz erwähnt er seinen verstorbenen Vorgänger - was ihn eigentlich von Klaus Ness unterscheidet, will der gelernte Industrieelektroniker am liebsten gar nicht sagen. "Klaus Ness war für mich in jeder Hinsicht ein Vorbild", sagt Bischoff. Natürlich wolle er sein Vermächtnis fortsetzen. "Ich glaube, dass seine Zuverlässigkeit und Zielstrebigkeit auch Eigenschaften sind, die mir nicht fremd sind." Sein Kraftzentrum sei allerdings der Wahlkreis in der Uckermark, wo er mit dem Fahrrad auf der Deichkrone des Nationalparks herumradele und "mit den Menschen unterwegs" sei. "Ich glaube, dass ich gut mit Menschen kann", sagt Bischof dann doch noch. "Das konnte Klaus Ness auch - aber eher auf den zweiten Blick."

Die Opposition indes hofft darauf, dass sich der langjährige Parlamentarische Geschäftsführer der SPD im neuen Amt noch etwas wandelt. "Mike Bischoff ist ein kantiger Geselle und nicht unbedingt ein Freund der Opposition", sagt der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Axel Vogel. Er hoffe, dass er sich in seinem neuen Amt zu einem "offenen Typen" entwickelt, mit dem auch die Opposition reden könne.

"Bisher habe ich ihn aber eher als Vorstopper erlebt, der dafür sorgt, dass Themen abgeblockt werden", sagt Vogel. Neu gewählt hat die SPD am Dienstag auch einen neuen Parlamentarischen Geschäftsführer: Der 40-jährige Oranienburger Björn Lüttmann wurde mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung zum Nachfolger Bischoffs auf dessen altem Amt bestimmt.