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Neuer Beweisantrag zum "Mord ohne Leiche" – Prozess unterbrochen

Neuruppin. Die Leiche fehlt. Die Ermittler gehen dennoch von Mord aus. Indizien sollen die Täter überführen. Deren Verteidigung im Landgericht von Neuruppin versucht alles, um diese zu erschüttern. dpa/bl

Im Mordprozess um das spurlose Verschwinden einer schwangeren Jugendlichen sorgt ein weiterer Beweisantrag für Verzögerungen. Die für Montag geplanten Plädoyers wurden nicht gehalten, wie eine Sprecherin des Landgerichts Neuruppin mitteilte. Die Verteidigung hat einen Beweisantrag gestellt, mit dem sie einen weiteren Gutachter hören möchte. Das Gericht will nun prüfen, ob von diesem neue Erkenntnisse zu erwarten sind. Der Prozess wurde bis zum 24. März unterbrochen. Zudem bestimmte das Gericht zwei weitere Verhandlungstermine. Ein Urteil ist nicht vor Anfang April zu erwarten.

Wegen Mordes angeklagt ist der 34 Jahre alte Ex-Freund der damals 17-Jährigen aus Leegebruch (Oberhavel). Seine Mutter muss sich wegen Anstiftung dazu verantworten. Die 61-Jährige soll ihren Sohn und einen 80 Jahre alten Bekannten zu der Mordtat getrieben haben. Das Verfahren gegen den älteren Mann war abgetrennt worden, weil er inzwischen verhandlungsunfähig ist. Die Leiche der jungen Frau aus Leegebruch (Oberhavel) ist bis heute verschwunden.

Mutter und Sohn schweigen vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft will die beiden mit Indizien und Zeugenaussagen überführen. Eine der Zeuginnen hatte von einer Bisswunde am Arm des Angeklagten berichtet. Diese soll ihm das Opfer laut Anklage vor seiner Ermordung zugefügt haben, als es sich wehrte.

Der 34-Jährige hat inzwischen eine Tätowierung auf dem Arm. Mit Hilfe von Sachverständigen sollte geklärt werden, ob die Bisswunde gleichwohl zu sehen sein müsste. Zwei Gutachter legten sich in der Frage nicht fest. Darum soll nach dem Willen der Verteidigung ein weiterer Hautarzt gehört werden. Das Gericht prüfe nun, ob er über bessere Forschungsmittel als seine Kollegen verfüge, erklärte die Gerichtssprecherin.