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| 20:44 Uhr

Hilfe für geplagte Kommunen
Neuer Ambrosia-Beauftragter Brandenburgs im Einsatz

Beifuß-Ambrosiapflanzen (Ambrosia artemisifolia) gedeihen prächtig in einem Sonnenblumenfeld. Viele Allergiker leiden unter der Pflanze.
Beifuß-Ambrosiapflanzen (Ambrosia artemisifolia) gedeihen prächtig in einem Sonnenblumenfeld. Viele Allergiker leiden unter der Pflanze. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Potsdam. Asthma und Hautreizungen: Schon viele Jahre plagt die Pflanze besonders die Lausitzer. Denn im Süden ist die Ausbreitung ein großes Problem. Von Verena Ufer

Mit einem Ambrosia-Beauftragten will Brandenburg die starke Ausbreitung der Allergie-Pflanze in den Griff bekommen. Seit Oktober hat Matthias Hoffmann den schwierigen Job im Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (Lelf) in Wünsdorf  inne. Der Bereich Cottbus, Drebkau, Vetschau sei nach wie vor besonders von Ambrosia geplagt, sagt der Diplomagraringenieur gegenüber der RUNDSCHAU.

In der Lausitz hat er sich schon ein Bild von der Lage gemacht. Er sieht sich als Ansprechpartner für Betroffene und Koordinator einer kontinuierlichen Bekämpfung der Pflanze, die bei vielen Menschen gefährliche allergische Reaktionen auslöst. Betroffene Regionen hatten in den vergangenen Jahren  häufig fehlende Unterstützung beklagt.

Wie vernichtet man die Pflanze aber am besten?  Matthias Hoffmann differenziert. „Kommt Ambrosia auf einer begrenzten Fläche, etwa im Garten, vor, zieht man am besten Schutzhandschuhe an und reißt die Pflanzen mit der Wurzel aus“, empfiehlt er. „So früh wie möglich“, fügt er hinzu, „ehe die Blüten ausgebildet werden.“ Dann sollte man sie in einer verschlossenen Plastetüte im  Restmüll entsorgen. Meistens werde die Pflanze durch im Handel erhältliches verunreinigtes Mischvogelfutter eingeschleppt, warnt der 50-Jährige.

Wenn größere Flächen auf Wiesen, Feldern oder an Feldrainen oder gar in Wohngebieten betroffen seien, müsse gemäht werden – und zwar öfter, damit die Pflanzen auf keinen Fall Samen ausbilden und aussäen können, erklärt der Beauftragte. Zu koordieren, dass auf betroffenen Flächen regelmäßig gemäht wird, sieht Matthias Hoffmann als eine seiner wichtigsten Aufgaben an. Zudem müsse kontinuierlich kontrolliert werden, ob  der Befall tatsächlich zurückgeht.

Denn schon kleine Pollenkonzentrationen können zu Asthma, tränenden Augen oder Hautrötungen führen. Aber auch Erschöpfungszustände, Schlafprobleme und Schockzustände können auftreten, informiert das Online-Portal Pollenallergie.de. Der Ambrosia-Beauftragte soll,  wie es das Umweltministerium formuliert, auch Strategien gegen eine weitere Ausbreitung entwickeln und Handlungsempfehlungen  überarbeiten. Die Kommunen versuchen, die Ausbreitung der Pflanze mit Ausrupf-Aktionen zu verhindern.  Wie die RUNDSCHAU jüngst berichtete, konnte  in der Innenstadt von  Vetschau (Spree-Neiße) der Ambrosia-Bestand durch Ausreißen stark eingedämmt werden.

Ambrosia (Beifußblättriges Traubenkraut) wurde vor mehr als 150 Jahren aus Nordamerika nach Deutschland eingeschleppt.

Der Beauftragte ist telefonisch zu erreichen unter: 0337 022113658