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| 19:12 Uhr

Brandenburg
Neue Fälle im Lunapharm-Skandal

Detlev Mohr: Wir bemühen uns, die gefälschten Medikamente schnell aus dem Verkehr zu ziehen – hier im Gespräch mit der inzwischen zurückgetretenen Gesundheitsministerin Diana Golze.
Detlev Mohr: Wir bemühen uns, die gefälschten Medikamente schnell aus dem Verkehr zu ziehen – hier im Gespräch mit der inzwischen zurückgetretenen Gesundheitsministerin Diana Golze. FOTO: dpa / Bernd Settnik
Potsdam. Potsdamer Gesundheitsexperte berichtet von weiteren beteiligten Firmen im Ausland.

(dpa/bl) Der Pharma­skandal um das Brandenburger Unternehmen Lunapharm ist nach neuesten Ermittlungsergebnissen größer als bislang bekannt. „Das Ausmaß des vermutlich illegalen Arzneimittelhandels wächst von Tag zu Tag und von Woche zu Woche“, sagte der Präsident des Landesamtes für Gesundheit, Detlev Mohr, am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtags.

Lunapharm habe über lange Handelsketten gestohlene Krebsmedikamente aus Griechenland, Zypern und möglicherweise aus Italien bezogen, erklärte Mohr. Die Zahl der beteiligten Firmen im Ausland steige und sei noch nicht abschließend geklärt. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass mehr Medikamente als angenommen vom mutmaßlich illegalen Handel betroffen seien. Man bemühe sich, die gefälschten Arzneimittel schnell zu identifizieren und aus dem Verkehr zu ziehen.

Lunapharm hatte die womöglich auch unsachgemäß gelagerten Medikamente an Apotheken und Großhändler in mehreren Bundesländern geliefert. Infolge des Skandals war jüngst Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) zurückgetreten.

Als Reaktion auf den Skandal soll die Arzneimittelaufsicht im Land nun mehr Mitarbeiter erhalten. Es sei geplant, noch in diesem Jahr insgesamt zwölf zusätzliche Stellen im Gesundheitsministerium und im Landesamt für Gesundheit auszuschreiben, sagte der kommissarische Gesundheitsminister Stefan Ludwig (Linke) am Mittwoch im Gesundheitsausschuss.

(dpa/bl)