Die Corona-Pandemie ist in der Lausitz weiter auf dem Vormarsch. Infektionszahlen und Todesfälle steigen. Einige Länder reagieren bereits auf die verschärfte Lage. Was macht Brandenburg?
„Unsere jetzige Verordnung gilt bis zum 21. Dezember“, erklärt Regierungssprecher Florian Engels auf Nachfrage. Wie angekündigt wolle die Brandenburger Landesregierung auch an der Regelung zu Weihnachten festhalten. Anders als in Berlin dürfen in Brandenburg währen der Weihnachtstage bis zu zehn Personen aus dem engeren Familien- und Bekanntenkreis zusammenkommen. Kinder bis 14 Jahre werden dafür nicht gezählt. „Familien sollen in dieser schwierigen Zeit die Möglichkeit haben, zum Beispiel auch in mehreren Generationen zusammenzukommen“, erklärt Engels.

Corona-Regeln: Brandenburg will bis 15. Dezember entscheiden

Ein kleines Hintertürchen hält der Regierungssprecher allerdings noch offen. „Die Entscheidung darüber wird im Kabinett voraussichtlich bis 15. Dezember gefällt. Selbstverständlich ist dabei auch die weitere Infektionsentwicklung zu berücksichtigen.“ Bis dahin soll auch über mögliche weitere Verschärfungen und die neuen Regeln ab 22. Dezember beraten werden.

Potsdam/Cottbus

Dass einige besonders betroffene Landkreise in der Lausitz bereits zusätzliche Maßnahmen ergriffen haben, ist aus Potsdamer Sicht richtig. „Dies war mit der Landesregierung abgestimmt“, so Engels. Daraus folge aber nicht, dass für das ganze Bundesland – wie in Sachsen – ein harter Lockdown folgen müsse.

Donnerstag nächste Beratung mit der Kanzlerin

Auch neue bundesweite Regelungen, wie sie etwa die Kanzlerin fordert, sieht die Landesregierung in Potsdam nicht als nötig an. Die vorhandenen Beschlüsse und Vereinbarungen seien „als Handlungsgrundlage grundsätzlich ausreichend“, so Engels. Voraussichtlich am Donnerstag wollen Merkel und die Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen beraten.
Der Ruf nach einem harten Corona-Lockdown in der Zeit nach Weihnachten wird lauter. Nach der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina plädieren auch immer mehr Politiker dafür, im Kampf gegen die hohen Infektionszahlen nach den Festtagen einschneidende Einschränkungen zu erlassen.
Auch der Deutsche Städtetag hält die Zeit nach den Feiertagen für ideal: Schulen und Kitas seien zu, es gebe Betriebsferien, viele Menschen hätten Urlaub „und shoppen muss man nach Weihnachten auch nicht unbedingt“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der Saarbrücker Zeitung. „Ich werbe deshalb für eine Art gesunden Stillstand vom 28. Dezember bis etwa zum 10. Januar.“

Cottbus