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| 02:45 Uhr

Neue Chefin – alte Probleme in der Lausitz

Susanne Henckel, VBB-Geschäftsführerin seit März 2014
Susanne Henckel, VBB-Geschäftsführerin seit März 2014 FOTO: vbb
Lübben. Er ist eine Erfolgsgeschichte: Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) kann in 15 Jahren auf beinahe stetig steigende Fahrgastzahlen verweisen. Allein in der Lausitz nutzten im Vorjahr 35 Millionen Kunden Busse und Bahnen der Unternehmen – plus sieben Prozent seit 2009. Doch der Teufel steckt wie so oft im Detail. Christian Taubert

Was die neue VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel den Kommunalpolitikern und Verkehrsexperten am Montag in Lübben präsentierte, darf als Erfolgsgeschichte gewertet werden. Der VBB hat mit attraktiven Angeboten für Bahn und Busse immer mehr Fahrgäste gewonnen. Henckel verweist während der Lausitzer Regionalkonferenz darauf, dass sich seit Einführung des VBB-Tarifs am 1. April 1999 die Fahrgastzahlen im Verbundgebiet um rund 27 Prozent erhöht haben. Auf immerhin mehr als 1,3 Milliarden Fahrgäste im Vorjahr.

Was sich in anderthalb Jahrzehnten bewegt hat, lässt sich an Attraktivität der Strecken und Tarife, an Pünktlichkeit, Zufriedenheit und Vertrauen ablesen. Da schneidet der VBB nach Umfragen gut ab, nebenstehende Grafik verdeutlicht die Tarif-Entwicklung.

Und dennoch holen die neue Chefin in Lübben jene alten Lausitzer Probleme ein, die nur zum Teil vorangekommen sind. So wird der Regionalexpress (RE) 2 von Cottbus Richtung Berlin ab Dezember in Stoßzeiten im Halbstundentakt fahren. Eine Konsequenz aus den überfüllten Odeg-Zügen morgens und nachmittags aus Richtung Berlin. Die RB 19 verkehrt auch 2015 weiter über Königs Wusterhausen und Schönefeld nach Berlin. Die einzige Direktverbindung aus der Lausitz zum Flughafen bleibt damit erhalten und führt nicht direkt ins Berliner Zentrum.

Zudem wird der verschobene RB 22-Lückenschluss Schönefeld - Königs Wusterhausen vollzogen, ohne dass die Bahn das angedachte Wendegleis auf dem Bahnhof KW realisiert. Das hatte BTU-Eisenbahnexperte Prof. Hans-Christoph Thiel vorgeschlagen, um das Nadelöhr KW zu entlasten. Dass dies jetzt auch ohne zusätzliche Abstellgleise funktionieren soll, bezweifeln Thiel und auch andere kommunale Amtsträger. "Das höre ich hier zum ersten Mal", sagt Thiel und zeigt sich von der Kommunikation seitens des VBB irritiert. Denn der Bau der Abstellgleise ist nun für 2017 vorgesehen.

Noch längst nicht vom Tisch ist das geforderte zweite Gleis zwischen Lübbenau und Cottbus, um den RE 2 unanfälliger gegen Verspätungen zu machen. Brandenburg hat den Bedarf im Bundesverkehrswegeplan angemeldet. Neu hinzugekommen ist die Einstellung des EuroCity "Wawel" ab 2015. Die IHK Cottbus kämpft um die letzte Fernverbindung durch die Lausitz und nach Polen. Beim VBB und den kommunalen Spitzen im Süden kocht das Thema dagegen auf Sparflamme.