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| 18:04 Uhr

Naturschutzgebiet
Heide bei Luckau soll wolfssicher werden

Sellendorf. Die Wacholderheide nahe Sellendorf im Landkreis Dahme-Spreewald ist ein einzigartiges Naturschutzgebiet. Die dicht bewachsene Fläche braucht Schafe zur Pflege. Doch die Herden sind gefährdet durch Angriffe von Wölfen. Von Anja Brautschek

Ein ganz besonderes Naturschutzgebiet befindet sich in der Nähe von Sellendorf. Dort liegt die brandenburgweit am besten erhaltene Wacholderheide. Um dieses seltene Gebiet zu erhalten, wurde im Rahmen der Natura 2000 Managementplanung nun ein Maßnahmenkatalog für das Gebiet aufgestellt. Wichtigste Aufgabe darin ist die Errichtung eines wolfssicheren Zaunes.

Die Wacholderheide kann nur durch die Beweidung von Schafen erhalten bleiben. Deren Verbiss hält ausbreitende Pflanzen kurz, verschont jedoch den stacheligen Wacholder. Zweimal im Jahr grast eine kleine Herde mit etwa 30 Tieren auf der Fläche, die zusammen 37 Hektar umfasst. Die Tiere sind derzeit aber nicht vor Wolfsangriffen geschützt. Jäger berichten von vorbeiziehenden Wölfen in der Sellendorfer Region, bis zu sieben der Raubtiere haben sie gesichtet. Um eine Beweidung weiterhin zu ermöglichen, soll noch in diesem Jahr der wolfssichere Zaun aufgestellt werden.

Wacholderheiden zählen außerdem zu den artenreichsten Biotopen in Mitteleuropa. In dem Gebiet nahe Sellendorf haben sich unter anderem auch die bedrohte Mopsfledermaus, der Neuntöter, eine Vogelart, oder die Zauneidechse niedergelassen.

Wacholderheiden waren im Land Brandenburg einst weit verbreitet. Sie wachsen besonders auf trockenem, nährstoffarmen Boden. Dieser ermöglichte nur eine Beweidung durch Schafe, Ziegen oder Kühe. Durch mangelnde Pflege sind viele Heideflächen von anderen Gehölzen überwachsen. Die Fläche im Landkreis Dahme-Spreewald ist seit 2007 Teil des europaweiten Schutzgebietes Natura 2000.