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| 18:29 Uhr

Kultur
Nächster Schritt zur Klostergründung in Neuzelle

Blick auf das Kloster in Neuzelle mit dem Klostergarten im Vordergrund.
Blick auf das Kloster in Neuzelle mit dem Klostergarten im Vordergrund. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Neuzelle. Die geplante Wiederbesiedlung des Klosters Neuzelle durch Zisterziensermönche kommt einen weiteren Schritt voran. Von Benjamin Lassiwe

Eine gute Nachricht für Neuzelle. Am heutigen Dienstag will das Brandenburger Kabinett nach Informationen der RUNDSCHAU über den Entwurf eines Papieres beraten, das den weiteren Weg zur Ansiedlung des Klosters vorgibt. Es trägt den Titel „Verständigung“, denn es  ist zwischen Wissenschafts- und Finanzministerium ebenso abgestimmt wie mit der katholischen Kirche und dem Stiftungsrat der staatlichen Stiftung Stift Neuzelle, wo es am 16. Mai beschlossen werden soll.

„Das Land und die Kirche erkennen große Chancen, als Partner die Neubelebung des ehemaligen Klosters zu intensivieren und damit zugleich einen Beitrag für das kulturelle Erbe Europas zu leisten“, heißt es in dem Dokument, das der RUNDSCHAU vorab vorliegt. Festgehalten wird darin, dass die Stiftung Stift Neuzelle dem Bistum Görlitz „das sogenannte Kanzleigebäude nebst einem durch die Unterzeichnenden näher zu bestimmenden Teil des Gartens auf dem Scheibenberg zur dauerhaften Nutzung zur Verfügung“ stelle. Darüber solle eine Nutzungsvereinbarung abgeschlossen werden. Zudem solle die Dauer haftigkeit der Nutzung durch eine „beschränkt persönliche Dienstbarkeit“ im Grundbuch abgesichert werden. Die Stiftung übernehme die Kosten für die Außensanierung des Gebäudes, die Kirche trage die Kosten für die Innensanierung.

Für die Nutzung des Gebäudes soll das Bistum Görlitz ein Entgelt an die staatliche Stiftung zahlen, es soll allerdings mit den Investitionen des Bistums beim Innenausbau des Gebäudes verrechnet werden.

Insgesamt ist damit vor allem Finanzminister Christian Görke (Linke), der sich bei der Kabinettssitzung in Neuzelle noch eher skeptisch zeigte, Martina Münch (SPD) und der katholischen Kirche ein ganzes Stück entgegengekommen. Sollten alle Beteiligten dem Papier zustimmen, womit nach Informationen der RUNDSCHAU zu rechnen ist, soll das Papier von Ministerin Martina Münch (SPD), Bischof Wolfgang Ipolt und dem Geschäftsführer Norbert Kannowsky unterzeichnet werden.

Damit wäre drei Monate vor der offiziell geplanten Gründung des Zisterzienserpriorats anlässlich der Görlitzer Bistumswallfahrt Anfang September eine wichtige Hürde genommen. Kirchlicherseits müsste nun ein Finanzplan erstellt werden, der als Grundlage für die Spendensammlung für die geplante Innensanierung benötigt würde. Dafür wäre dann unter anderem das katholische Bonifatiuswerk mit Sitz in Paderborn zuständig, das die heute in Neuzelle lebenden vier Mönche bereits mit einem Kleinbus unterstützt hat, und auch an seinem Stand auf dem Katholikentag in Münster kräftig für die Klostergründung warb.

Bis die Zisterziensermönche allerdings endgültig in das Kanzleigebäude einziehen können, wird wohl noch einiges Wasser die Neiße herabfließen. Wie bei einer Sitzung des Kabinetts in Neuzelle im Frühjahr bekannt wurde, ist ein Teil des Gebäudes derzeit baupolizeilich gesperrt. Zudem muss für die derzeit noch das Gebäude benutzenden Institutionen eine neue Unterbringung gefunden werden. Und auch die denkmalgerechte Sanierung des Bauwerks wird wohl mehrere Jahre dauern.