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| 12:58 Uhr

Brandenburg
Nachfrage nach Mikrokrediten für Firmen größer als erwartet

Die von der Brandenburger Landesinvestitionsbank (ILB) seit Frühjahr 2016 vergebenen Mikrokredite für kleinere und mittlere Unternehmen werden stärker als geplant nachgefragt.
Die von der Brandenburger Landesinvestitionsbank (ILB) seit Frühjahr 2016 vergebenen Mikrokredite für kleinere und mittlere Unternehmen werden stärker als geplant nachgefragt. FOTO: dpa / Tobias Hase
Potsdam. Kostengünstige Kredite für kleine Firmen - die Nachfrage übersteigt das Angebot. Nun könnte das Volumen aufgestockt werden.

Die von der Brandenburger Landesinvestitionsbank (ILB) seit Frühjahr 2016 vergebenen Mikrokredite für kleinere und mittlere Unternehmen werden stärker als geplant nachgefragt. Daher werde erwogen, das zur Verfügung stehende Volumen aufzustocken, teilte das Brandenburger Wirtschaftsministerium auf eine Anfrage der SPD-Fraktion im Potsdamer Landtag mit. Die ursprünglich erwarteten 100 Bewilligungen pro Jahr seien übertroffen worden.

Acht Millionen Euro des Programms stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), zwei Millionen Euro kommen vom Land Brandenburg. Gefördert werden unter anderem Existenzgründer, Freiberufler, Firmennachfolger sowie junge Unternehmen. Die Darlehen zwischen 2000 Euro und 25 000 Euro werden bis zu zehn Jahre nach Unternehmensgründung gewährt. Der aktuelle Zinssatz beträgt 1,77 Prozent.

Wie eine Sprecherin des Ministeriums auf Nachfrage mitteilte, reichen die Mittel für die Darlehen bei gleichbleibender Nachfrage bis Ende des nächsten Jahres. Da die EU-Förderperiode bis 2020 läuft, würde der Mikrokredit für ein Jahr aufgestockt.

Wie es in der Antwort an die SPD-Fraktion weiter heißt, sind von März 2016 bis Mitte dieses Jahres 5,6 Millionen Euro Fördergelder bewilligt worden. Bislang konnten die Kredite in neun Fällen, darunter sieben Insolvenzen, nicht vollständig zurückgezahlt werden. Den Gesamtverlust dieser Darlehen beziffert das Ministerium auf rund 200 400 Euro. Das entspreche 3,5 Prozent des zugesagten Volumens.

Zu den neu geschaffenen Arbeitsplätzen konnte das Ministerium den Angaben zufolge noch keine repräsentativen Zahlen nennen. Allein im ersten Jahr des Programms sollten laut ILB 160 neue Jobs entstehen.

Eine positive Bilanz kann das Land auch bei den seit 2017 vergebenen sogenannten Brandenburger Innovationsgutscheinen Digitalisierung (BIG-Digital) ziehen, wie das Wirtschaftsministerium auf eine weitere SPD-Anfrage mitteilte. Mit diesem in dieser Form bislang deutschlandweit einzigen Förderinstrument wurden bis Ende August dieses Jahres Digitalisierungsprojekte bei 50 Unternehmen unterstützt. Ausgegeben wurden bislang rund fünf Millionen Euro.

Unterstützt werden Beratungen und Schulungen laut ILB mit bis zu 50 000 Euro bei einem Fördersatz von 50 Prozent. Die praktische Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen im Betrieb – einschließlich Hard- und Software – kann mit bis zu einer halben Million Euro gefördert werden.

(dpa/fh)