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| 16:41 Uhr

Potsdam
Nach Waldbrand: Opposition fordert Löschflugzeuge fürs Land

Potsdam. Brandenburgs Innenministerium sieht keine Notwendigkeit für fliegende Löschtechnik. Von Benjamin Lassiwe

Nach dem Waldbrand in Fichtenwalde bei Beelitz mehren sich in Brandenburg die Stimmen, die eine Wiederanschaffung von Löschflugzeugen im Land fordern. Seit 2014 die letzten in Kyritz stationierten Flugzeuge verkauft wurden, ist das Land bei der Bekämpfung von Waldbränden auf Hubschrauber der Bundeswehr oder der Bundespolizei angewiesen.

Doch CDU und Grünen reicht das nicht: Waldbrände wie in Fichtenwalde würden angesichts des Klimawandels künftig häufiger vorkommen, argumentiert die Bundesvorsitzende der Grünen und Potsdamer Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock. „Deshalb muss es einerseits Aufgabe der Politik sein, die Klimakrise ernst zu nehmen und wirksam zu bekämpfen und andererseits gegen solche Ereignisse besser gerüstet zu sein.“ Für den möglichen Fall großer Waldbrände seien bundesländerübergreifende Katastrophenpläne, ausreichende Spezialisten und eine gute Ausrüstung zum Beispiel mit Löschflugzeugen erforderlich. Damit greift die Grünen-Abgeordnete eine Forderung auf, die bereits vor einigen Jahren von der Brandenburger CDU erhoben wurde – und die der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU im Landtag, Jan Redmann, am Freitag erneuerte: „Gerade weil Brandenburg über zahlreiche munitionsbelastete Flächen verfügt, die unter Umständen mit herkömmlichen Löschfahrzeugen nicht erreicht werden können, kann die Anschaffung von Löschflugzeugen oder Löschhubschraubern sinnvoll sein“, sagte Redmann. „Hier sollte eine Kooperation mit anderen Bundesländern geprüft werden.“

Brandenburgs Feuerwehren indes sind an dieser Stelle noch zurückhaltend. „Ich denke, dass wir an diesen Stellen die Entwicklung abwarten müssen“, sagte der Präsident des Landesfeuerwehrverbands, Werner Siegwart Schippel, auf RUNDSCHAU-Nachfrage.

Die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und der Bundespolizei habe bislang immer gut geklappt. „Vorausgesetzt, es geht so unbürokratisch weiter, würde ich den Bedarf im Moment noch nicht sehen“, so Schippel. Allerdings müsse man sich durchaus Gedanken über neue Einsatzmittel machen. „Früher gab es ja in den Landkreisen die Bergepanzer mit entsprechenden Schilden“, sagte Schippel. Auch ein Einsatz solcher Geräte sollte künftig erwogen werden.

Der Sprecher des Potsdamer Innenministeriums, Ingo Decker, wies die Forderung von CDU und Grünen ebenfalls zurück. „Wir sehen diese Notwendigkeit nicht“, sagte Decker. Löschflugzeuge des heute benötigten Typs habe das Land nie besessen.

„Es kommt nicht darauf an, dass das Land jedes Einsatzmittel selbst besitzt, sondern es kommt darauf an, dass die Einsatzkräfte bei jeder Lage alles kriegen, was sie brauchen“, so Decker. „Und was notwendig ist, ist heute verfügbar und wird beschafft.“