| 14:30 Uhr

Nach Tod einer Studentin: Regierung spricht nicht mit Ägypten

Die Diskussionen um den Tod der ägyptischen Studentin vor der Cottbuser Stadthalle haben eine neue Dimension angenommen.
Die Diskussionen um den Tod der ägyptischen Studentin vor der Cottbuser Stadthalle haben eine neue Dimension angenommen. FOTO: Michael Helbig/mih1 (Michael Helbig/mih1)
Potsdam. Der Vizepräsident des Brandenburger Landtags Dieter Dombrowski (CDU) kritisiert die Landesregierung heftig. „Hätte der Umzug von elf ägyptischen Studenten von Cottbus nach Berlin vermieden werden können, wenn die Potsdamer Landesregierung frühzeitig das Gespräch mit der ägyptischen Botschaft gesucht hätte?“, fragt der CDU-Politiker in einem Aktenvermerk. Das Schreiben liegt der RUNDSCHAU vor. Benjamin Lassiwe

Als im April eine Austauschstudentin an der BTU bei einem Verkehrsunfall vor der Cottbuser Stadthalle ums Leben kommt, und noch im Sterben fremdenfeindlich beschimpft worden sein soll, war das Entsetzen groß. Wie Dombrowski in dem Vermerk schreibt, habe sich danach der ägyptische Botschafter bei ihm gemeldet, weil es ihm nicht gelungen sei, Auskünfte aus dem Innenministerium zu erhalten.

Dombrowski ist mit Ägyptens Botschafter privat befreundet, und habe sich anschließend mehrfach um einen Gesprächstermin zwischen dem Potsdamer Innenministerium und dem Botschafter bemüht. Doch das gelang nicht: Als Vertreter der Botschaft im Landtag an einer Sitzung des Innenausschusses teilnahmen, und die Gelegenheit zu einem Gespräch bestand, sei diesem Gesprächswunsch nicht entsprochen worden.

Zumindest der Brandenburger Landtagsvizepräsident kommt nun zu der Einschätzung, dass dieses Verhalten der Brandenburger Landesregierung dazu beigetragen habe, dass es aus Kairo die Weisung gab, dass die Studenten nach Berlin umziehen mussten. "Das hätte vermieden werden können, wenn die Brandenburger Landesregierung sich kooperativ und human gezeigt hätte", schreibt Dombrowski in seinem Vermerk. "Eine Kondolenzadresse hätte nichts gekostet."