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| 12:00 Uhr

Nach Mathe-Abi-Chaos: Brandenburg baut Unterricht um

Brandenburger Abiturienten verfolgen am 17.05.2017 in Potsdam (Brandenburg) die Debatte der Landtages um die Wiederholung der Mathematikprüfung. D
Brandenburger Abiturienten verfolgen am 17.05.2017 in Potsdam (Brandenburg) die Debatte der Landtages um die Wiederholung der Mathematikprüfung. D FOTO: Bernd Settnik (dpa-Zentralbild)
Cottbus/Potsdam.. Nach dem Chaos um das Mathe-Abi in Brandenburg zieht das Land nun Konsequenzen. Der Unterricht in den Oberstufen wird im Eiltempo umgestellt. Unklar ist noch, ob schon der nächste Abi-Jahrgang mehr Mathestunden bekommt. Bodo Baumert/mit dpa

Zweimal mussten viele Lausitzer Abiturienten in diesem Jahr zum Mathe-Abi antreten. Schuld war eine Prüfungsaufgabe, die so offenbar nicht an allen Schulen ausreichend unterrichtet wurde. Kritik hagelte es danach nicht nur am neuen Rahmenlehrplan und der offenbar ungenügend Kommunikation sondern vor allem auch an der zu geringen Stundenzahl, die dazu führt, dass Brandenburger Abiturienten Aufgaben nicht lösen können, die in anderen Bundesländern lösbar sind.

"Die Bedingungen für den Mathematikunterricht sind seit Jahren nicht ausreichend", hatte beispielsweise Martin Goebel, Schulleiter des Elsterschloss-Gymnasiums in Elsterwerda (Elbe-Elster), jüngst in der RUNDSCHAU beklagt. Ein bei den Potsdamer Professoren Ulrich Kortenkamp und Andreas Borowski in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zum gleichen Schluss. Sie fordern, dass"Mathematik auf erhöhtem Niveau auch mit erhöhter Stundenzahl unterricht werden" müsste.

Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) sieht die Ursache für die Panne beim Mathe-Abi mittlerweile auch in der geringeren Zahl an Unterrichtsstunden. "Das war der entscheidende Punkt", sagte Baaske am Donnerstag in einer Aktuellen Stunde zum Bildungssystem im Landtag.

Nun wird im Eiltempo gegengesteuert. "Im Zusammenhang mit der Änderung der Gymnasialen Oberstufenverordnung (GOSTV) wird es Veränderungen hinsichtlich des Rahmenlehrplans und der Anzahl der Stunden für Leistungs- und Grundkurse geben", erklärt das Bildungsministerium auf Nachfrage. Das heißt: Rückkehr zum alten Modell mit jeweils fünf Leistungskurs- und drei Grundkurswochenstunden in Mathematik für die kommenden achten und neunten Klassen.

In Brandenburg müssen die Abiturienten bislang nur vier statt wie zum Beispiel in Berlin fünf Wochenstunden Mathematik im Leistungskurs belegen. Dafür gibt es in Brandenburg mehr Leistungskurse. Künftig sollen Gymnasiasten auch in Brandenburg nur noch zwei statt fünf Leistungskurse belegen.

Auf Drängen aus den Schulen wird nun auch für die nächsten anstehenden Abi-Jahrgänge nach Lösungen für mehr Mathe-Unterricht gesucht. "Aktuell gibt es Überlegungen, für das Fach Mathematik schon ab dem kommenden Schuljahr jeweils eine weitere Wochenstunde in den beiden letzten Halbjahren der Qualifikationsphase vorzugeben", bestätigt Ministeriumssprecher Ralph Kotsch.

Das Gutachten von Kortenkamp und Borowski hat zahlreiche weitere Verbesserungsvorschläge gemacht. Rahmenlehrpläne sollten etwa konkretisiert, Lehrbücher stärker kontrolliert werden. Die Vorschläge würden derzeit "im Rahmen einer intensiven Auswertung" diskutiert, erklärt Kotsch.

Und was ist mit den Lehrern, die angeblich die Fortbildungen zum Rahmenlehrplan in auffallend großer Zahl geschwänzt hatten? Nur 70 Prozent aller Schulen hatten laut Kortenkamp einen Lehrer in die Fortbildung entsendet. Hier bleibt man im Bildungsministerium noch schwammig. "Das Controlling-Verfahren auf allen Ebenen wird weiter entwickelt. In dem Zusammenhang wird auch geprüft, welche Maßnahmen die Schulleitungen haben, um die Lehrkräfte zu den Fortbildungen zu schicken", heißt es auf RUNDSCHAU-Nachfrage.