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| 20:15 Uhr

Strukturwandel in der Lausitz
Kommunen verzichten auf Kohle

Das Heizkraftwerk in Cottbus.
Das Heizkraftwerk in Cottbus. FOTO: Sven Hering
Cottbus. Brandenburger Städte setzen ab 2022 auf Förderung für Kraft-Wärme-Kopplung. Von Christian Taubert

Erst Potsdam, dann Cottbus, nun Frankfurt (Oder): Die drei großen kreisfreien Städte Brandenburgs werden ab 2022 komplett auf Kohle für ihre Stadtwerke verzichten. Der Frankfurter Geschäftsführer Jörg Neuhaus bestätigte dem „Tagesspiegel“, dass eine neue, mit Erdgas betriebene Anlage gebaut werde.

Während der Bund Kohlekraftwerke nicht mehr fördert, wird Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) staatlich hoch subventioniert. Hintergrund dafür ist, dass Strom und Wärme besonders effizient und damit relativ klimafreundlich erzeugt werden können. Der Stadtwerke-Chef betont, „dass vor allem wirtschaftliche Aspekte den Ausschlag für die neue Anlage gegeben haben“. Frankfurt wolle langfristig aber auch eine grünere Energieversorgung.

Wie in Cottbus, wo das neue Heizkraftwerk mit 75 Millionen Euro veranschlagt ist, muss das Frankfurter 50-Millionen-Vorhaben 2022 in Betrieb geben. Nur dann wird die Förderung von mehr als zwei Dritteln der Investitionssumme wirksam. Der Cottbuser Stadtwerke-Chef Vlatko Knesevic sieht darin aber keine Hürde: „Wir haben genügend Puffer in der Planung.“ Dass Frankfurt künftig 60 000 Tonnen Braunkohlenstaub aus dem Lausitzer Revier nicht mehr abnimmt, ist bei mehr als 60 Millionen Tonnen Jahresfördermenge ein kleiner Betrag. „Aber er ist symbolisch“, sagt die grüne Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky. Dagegen gibt der Chef des Vereins Pro Lausitzer Braunkohle, Wolfgang Rupieper, zu bedenken: „Für Gaskraftwerke gibt es Fördermittel.“