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| 02:37 Uhr

Mutmaßlicher Mörder von Elias und Mohamed angeklagt

Kondolenzbücher für Elias und Mohamed in Luckenwalde.
Kondolenzbücher für Elias und Mohamed in Luckenwalde. FOTO: dpa
Potsdam. Der mutmaßliche Mörder von Elias und Mohamed könnte schon bald vor Gericht stehen. Die Anklageschrift liegt jetzt vor. dpa/uf

Im Fall der getöteten Kinder Elias und Mohamed hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes erhoben. Eine Sprecherin des Landgerichts Potsdam bestätigte am Montag den Eingang der Anklageschrift. Wann der Prozess gegen den Tatverdächtigen beginnt, ist unklar. Laut "Potsdamer Neuesten Nachrichten" (online) ist über die Zulassung der Anklage noch nicht entschieden worden.

Der Anwalt des 32-Jährigen sagte Montag, dass die Anklageschrift am vergangenen Freitag bei ihm eingegangen sei. Die Staatsanwaltschaft werfe Silvio S. zweifachen Mord vor, sagte Anwalt Mathias Noll. Laut Gerichtssprecherin soll der 32-Jährige die beiden Jungen ermordet haben, um vorherige Straftaten zu verdecken. Zudem ist er wegen schweren sexuellen Missbrauchs, gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung angeklagt. Silvio S. war Ende Oktober gefasst worden, nachdem seine Mutter ihn auf veröffentlichten Fahndungsbildern als ihren Sohn erkannt und die Polizei gerufen hatte. Er gestand, den vierjährigen Flüchtlingsjungen Mohamed aus Berlin entführt und getötet zu haben. Er habe ihn missbraucht und später mit einem Gürtel erdrosselt, sagte er den Ermittlern. Die Leiche des Kindes wurde in einer Wanne im Auto des Mannes gefunden.

Später gab er auch den Mord an Elias (6) aus Potsdam zu, ohne Einzelheiten zu nennen. Die Polizei fand die Leiche des Sechsjährigen daraufhin im Schrebergarten von Silvio S. in Luckenwalde (Teltow-Fläming). Elias war am 8. Juli 2015 von einem Spielplatz im Potsdamer Stadtteil Schlaatz verschwunden; das Flüchtlingskind Mohamed wurde am 1. Oktober vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) entführt.

Die Justizverwaltung hat den mutmaßlichen Kindermörder im Gefängnis in Einzelhaft untergebracht, obwohl er als suizidgefährdet gilt. Er soll so vor möglichen Übergriffen von Mitgefangenen geschützt werden.