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| 15:01 Uhr

Durchsuchungen dauern an
Mutmaßlicher Geldautomatensprenger gefasst

Bei der Durchsuchung wurden Beweismittel, unter anderem Zündkabel, Handschuhe, Klebeband, Zubehörteile für Gasflaschen sowie Computertechnik und Telefone sichergestellt.
Bei der Durchsuchung wurden Beweismittel, unter anderem Zündkabel, Handschuhe, Klebeband, Zubehörteile für Gasflaschen sowie Computertechnik und Telefone sichergestellt. FOTO: Polizei Brandenburg
Potsdam. Die Polizei in Brandenburg hat zwei Haftbefehle gegen mutmaßliche Mitglieder einer Bande von Geldautomatensprengern vollstreckt. Sie sind auch für zwei Attacken in der Lausitz zuständig.

Wieder ist ein Schlag gegen eine Bande von Automatensprengern gelungen. Spezialeinsatzkräfte der Brandenburger Polizei haben am Dienstagmorgen einen per Haftbefehl gesuchten 38-jährigen Mann in Potsdam festgenommen. Zudem wurde ein weiterer Haftbefehl gegen einen bereits inhaftierten Mann (42) erlassen. Darüber informierte die Polizei Brandenburg am selben Tag. Zeitgleich seien fünf Wohnungen in Potsdam, Rüdersdorf (Märkisch-Oderland) und Schöneiche (Oder-Spree) durchsucht worden, heißt es in der Mitteilung weiter. An dem Einsatz waren über 100 Beamte der Polizei Brandenburg beteiligt. Sie stellten Beweismittel wie Zündkabel, Handschuhe, Klebeband, Zubehörteile für Gasflaschen sowie Computertechnik und Telefone sicher, die jetzt untersucht werden.

Die Ermittlungen richten sich gegen eine siebenköpfige Tätergruppe im Alter von 25 bis 42 Jahren. Die Beschuldigten, sechs Männer und eine Frau, die in Brandenburg leben, sollen nach Polizeiangaben für elf Angriffe auf Geldautomaten im Land verantwortlich sein. Es geht um sieben Taten im vergangenen Jahr, drei 2016 und eine 2014. Dazu zählen auch die die Attacken auf die Spreewald Bank in Straupitz (Dahme-Spreewald) im Jahr 2014 und die Raiffeisen-Volksbank in Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) im Jahr 2017.

Für ihre Taten entwendenten die Beschuldigten zuvor Fahrzeuge und Kennzeichen. Ein gestohlener Wagen wurde nach der Tat in Brand gesetzt. Den Tatverdächtigen wird dementsprechend – bei unterschiedlicher Beteiligung – das Herbeiführen von Sprengstoffexplosionen, Sachbeschädigung, besonders schwere Diebstähle von Kfz und Kennzeichen sowie Brandstiftung vorgeworfen.

Allein seit Anfang 2018 wurden elf Automaten in Brandenburg geknackt. Im Februar konnten mutmaßliche Mitglieder zweier Banden in Polen ermittelt werden, die in Brandenburg Anschläge auf Geldautomaten verübt haben sollen. Vor rund einem Monat war ein 55-Jähriger gefasst worden. In seinem Auto fanden die Polizisten Werkzeug, mit dem Geldautomaten gesprengt werden können. Dass die am Dienstag gefasste Person einen Bezug zu den anderen Verdächtigen hat, ist laut Polizei eher unwahrscheinlich.

Im Herbst 2016 war in Brandenburg die Sonderkommission „Geld“ gegründet worden, um gegen die vermehrten Sprengungen von Automaten vorzugehen.

(red/uf)