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Museen vor Umzug ins Berliner Schloss

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Berlin. Das Ethnologische Museum in Berlin-Dahlem gilt als eines der weltweit wichtigsten und größten Museen für Völkerkunde. Wegen des Umzugs in die Stadtmitte wird es jetzt geschlossen. dpa/uf

Kehraus in Berlin: An diesem Wochenende gibt es die letzte Chance, das Ethnologische Museum und das kleinere Museum für Asiatische Kunst im Stadtteil Dahlem zu besuchen. Vor dem Umzug ins Berliner Schloss bieten die Sammlungen am Freitag, Samstag und Sonntag (6.-8. Januar) verlängerte Öffnungszeiten und ein besonderes Programm. Nur das Museum Europäischer Kulturen bleibt am bisherigen Standort Dahlem im alten Berliner Westen.

Unter dem Motto "Das besondere Wochenende" geben zum Abschied die Direktoren und Kuratoren Einblick in Umzugsvorbereitungen und Zukunftspläne und stellen ihre Lieblingsstücke vor. Angeboten werden etwa eine letzte Reise auf der Seidenstraße, eine öffentliche Teezeremonie und ein "Best of" aus Dahlem.

2019 im Humboldt Forum

Die beiden außereuropäischen Sammlungen sollen von 2019 an Ausstellungsschwerpunkt des neuen Humboldt Forums im rekonstruierten Berliner Schloss sein. Teile der Dahlemer Museen waren für die Vorbereitungen schon seit einem Jahr geschlossen, nun wollen sich die Kuratoren ganz auf die Umzugsarbeit konzentrieren.

Bis zu 10 000 Objekte aus der mehr als 500 000 Stücke umfassenden völkerkundlichen Sammlung sollen in die Stadtmitte wandern - jedes einzelne geht zuvor durch die Hände der Restauratoren.

"Alle Objekte müssen gereinigt, entwest und für den Transport fertiggemacht werden", hieß es im Haus. "Je nach Zustand ist auch eine Restaurierung nötig." Für die sogenannte Entwesung, also das Abtöten von möglichen Schädlingen im Material, werden die Exponate je nach Beschaffenheit tiefgefroren oder mit Stickstoff behandelt.

Ein Loch für historische Boote

Den vielleicht größten Aufwand erfordern die berühmten Südsee-Boote, wichtigster Publikumsmagnet des Hauses. Die historischen Segel- und Auslegerschiffe sind so groß, dass sie nicht annähernd durch normale Türen passen. In der Eingangshalle des neu erstehenden Schlosses bleibt deshalb vorerst ein riesiges Loch offen. Erst nach dem Einzug der Boote 2018 wird es geschlossen. Die Preußenresidenz im Herzen Berlins wird derzeit für 590 Millionen Euro wiederaufgebaut.

Für die Übergangszeit hat die Stiftung Preußischer Kulturbesitz Sonderausstellungen angekündigt. So soll von November 2017 bis April 2019 eine hochkarätige Auswahl asiatischer Kunst im Kunstgewerbemuseum am Kulturforum zu sehen sein. Die völkerkundliche Sammlung zeigt ab Herbst 2017 rund 70 Hauptwerke afrikanischer Plastik im Bode-Museum auf der Museumsinsel.

Für das in Dahlem bleibende Museum Europäischer Kulturen ist nach Angaben von Stiftungspräsident Hermann Parzinger eine neue programmatische Ausrichtung geplant. Die ständige Ausstellung "Kulturkontakte. Leben in Europa" geht auch aktuellen Themen wie Migration, Integration und kultureller Identitätssuche nach.