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| 13:14 Uhr

Dreifachmordprozess
Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft

 Das Fahrzeug des Täters steht am 28.02.2017 auf einem Feld neben der Bundesstraße 168 zwischen Oegeln und Beeskow (Brandenburg).
Das Fahrzeug des Täters steht am 28.02.2017 auf einem Feld neben der Bundesstraße 168 zwischen Oegeln und Beeskow (Brandenburg). FOTO: Patrick Pleul / dpa
Frankfurt (Oder) . Die Verteidigung im Dreifachmordprozess will die Frage der Schuldfähigkeit des Angeklagten in den Mittelpunkt rücken. Frühere Ärzte sollen aussagen, die dem jungen Mann eine Schizophrenie attestiert hatten. dpa

Im Dreifachmordprozess von Ostbrandenburg hat die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für den Angeklagten gefordert. Sie ging in ihrem Plädoyer am Freitag vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) in allen drei Fällen von Mord aus. Der 25-Jährige steht vor Gericht, weil er im Februar 2017 seine Großmutter in Müllrose (Oder-Spree) erstochen und danach auf der Flucht zwei Polizisten tot gefahren haben soll.

Die Staatsanwaltschaft ging in ihrem Plädoyer von einer besonderen Schwere der Schuld aus. Das bedeutet, dass in der Regel nicht vor 15 Jahren Haft über eine Bewährung nachgedacht wird.

Weiter fordert die Anklagebehörde, den Vorbehalt der Unterbringung in Sicherungsverwahrung anzuordnen. Das würde die Möglichkeit offenhalten ,während der laufenden Haftstrafe über diese Frage zu entscheiden. Eine Sicherungsverwahrung würde heißen, dass ein Häftling auch nach 15 Jahren nicht auf freien Fuß kommt. Die Staatsanwaltschaft nannte die Mordmerkmale Verdeckungsabsicht in allen drei Fällen und zudem Heimtücke bei der Tötung der Polizisten. Für Freitag waren noch weitere Plädoyers der Nebenklage eingeplant.

Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher, dass der Unfall mit den beiden Polizisten an einer Bundesstraße bei Beeskow vermeidbar gewesen wäre. Die Beamten sollten damals eine Kontrollstelle einrichten, um den flüchtenden jungen Mann zu stoppen. Der Angeklagte hatte die Tatvorwürfe im Prozess zugegeben. In früheren Vernehmungen hatte er laut Ankläger angegeben, das Auto von der Straße gelenkt zu haben, um einem Nagelbrett auf der Bundesstraße auszuweichen. Die Staatsanwaltschaft geht jedoch davon aus, dass das Nagelbrett der Polizei zu dem Zeitpunkt noch nicht auf der Straße lag. Er sei bewusst auf die Polizisten zugefahren.