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| 15:16 Uhr

Turbinen-Instandhalter
Mehr Platz für Triebwerke und Leute

 Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD, Mitte) und MTU-Konzern-Vorstand Michael Schreyögg (r.) vor einem Triebwerk in Ludwigsfelde.
Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD, Mitte) und MTU-Konzern-Vorstand Michael Schreyögg (r.) vor einem Triebwerk in Ludwigsfelde. FOTO: Ina Matthes
Ludwigsfelde. MTU Ludwigsfelde wächst rasant. Das Unternehmen südlich von Berlin hat neu gebaut, organisiert seinen Betrieb um und stellt weitere Mitarbeiter ein. Von Ina Matthes

Von Ina Matthes

 

Lagerarbeiter müssen schwindelfrei sein: 14 Meter hoch sind die Regale in der neuen Logistik-Halle des Triebwerk-Instandhalters MTU Maintenance Berlin-Brandenburg. In einem Förderkorb fahren die Arbeiter bis hoch zum 14. Regalboden.

Am Mittwoch wurde das 11,5 Millionen Euro teure Gebäude offiziell eröffnet, mit Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke als Gast.  „Wir haben ein extrem starkes Wachstum“, sagt Andreas Meinert, Leiter Logistik und Planung und verantwortlich für den Neubau. Die Palette der Flugzeugtriebwerke, die in Ludwigsfelde gewartet werden, ist breiter geworden. Ein neues Triebwerk für Geschäftsflieger ist beispielsweise hinzugekommen und eines für Regional-Flugzeuge. Die Mitarbeiterzahl stieg: 2017 stellte MTU 118 neue Leute ein, 2018 noch einmal 150 – insgesamt sind jetzt 838 Mitarbeiter bei MTU Ludwigsfelde beschäftigt.

Als Michael Schreyögg dort als junger Ingenieur 1991 anfing, waren es rund 350 Leute. Damals hatte der Münchner Triebwerkshersteller den Zuschlag für die Übernahme des früheren Betriebs im Kombinat Spezialtechnik Dresden bekommen, weil er die meisten Jobs erhalten wollte. Vor allem NVA-Technik wurde in Ludwigsfelde repariert. Als verlängerte Werkbank für MTU ist das Brandenburger Werk damals gestartet, sagt Schreyögg. Er sitzt heute im Vorstand des Mutter-Konzerns MTU Aero Engines. Das Ludwigsfelder Werk hat es zur Nummer 3 im Konzern gebracht und zum weltgrößten Instandhaltungsbetrieb für Triebwerke von Regionalflugzeugen.

Seit 1991 hat MTU in Ludwigsfelde über 250 Millionen Euro investiert – und will weiter wachsen. Die neue Halle ist der Start für eine Umstrukturierung des Standortes. In dem 100 Meter langen Bau wird alles konzentriert, was mit Logistik zu tun hat. Damit will sich MTU effizienter organisieren und Platz schaffen für die Produktionsbereiche, wo Flugzeug-Triebwerke und Gasturbinen für die Industrie gewartet werden.

Das Auftragsvolumen steige, sagt André Sinanian, Geschäftsführer des Ludwigsfelder Betriebes. Das Unternehmen sei vom Land immer tatkräftig unterstützt worden, dankt Sinanian. Für den Neubau hat Brandenburg 1,6 Millionen Euro dazugegeben, insgesamt flossen seit 1990 30 Millionen Euro Landesmittel in den Standort.

MTU habe vor 30 Jahren den Grundstein gelegt für die Luft- und Raumfahrtindustrie in Brandenburg, lobt Woidke zurück. Für weiteres Wachstum biete das Land Potenzial – Raum und Fachkräfte. 29 von ihnen sucht MTU gerade. „Händeringend“, wie Andreas Meinert sagt. Woidke verweist auf die Absolventen der Hochschulen wie der TH Wildau, die mit MTU zusammenarbeitet. Er bekräftigt auf Nachfrage dieser Zeitung auch, dass die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr für die Beschäftigten verbessert werden solle, unter anderem durch die Verlängerung von S-Bahn-Linien.

Seinen Mitarbeitern will MTU im Neubau gute Bedingungen bieten: helle Büros mit Rückzugs-Möglichkeiten, moderne Aufenthaltsräume mit Küchen. Bei der Planung seien die Mitarbeiter einbezogen worden, sagt Projektleiter Meinert. Die ersten sind schon umgezogen. Der Bau sei einen Monat früher fertig geworden, erzählte Meinert stolz. Und das Budget hat er auch nicht überzogen.

 Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD, Mitte) und MTU-Konzern-Vorstand Michael Schreyögg (r.) vor einem Triebwerk in Ludwigsfelde.
Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD, Mitte) und MTU-Konzern-Vorstand Michael Schreyögg (r.) vor einem Triebwerk in Ludwigsfelde. FOTO: Ina Matthes