Und plötzlich lag die junge Frau blutend am Boden. Zuvor hatte sie mit ihrem Lebensgefährten einer Frau helfen wollen, die offensichtlich von einem Mann misshandelt worden war. Dieser hatte dann mit einer Japan-Säge auch auf die Frau eingeschlagen. Abgespielt hat sich diese Szene im sonst so beschaulichen Eberswalde, mitten in der Stadt vor dem beliebten Imbiss Altstadt Döner.
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder hat am Montag Haftantrag gestellt. Der beschuldigte, 35-Jährige aus Eberswalde ist am Mittag dem Haftrichter vorgeführt worden. Der Vorwurf lautet auf Totschlag. Wie der Richter entschieden hat, ist noch nicht bekannt.

Asiatische Feinsäge ist vor allem bei Obstgärtnern sehr beliebt

Bei einer Japan-Säge handelt es sich um eine asiatische Feinsäge, erklärt Ingo Kechichian, stellvertretender Sprecher der Staatsanwaltschaft in Frankfurt/Oder. Dieses Werkzeug sei besonders bei Obstgärtnern wegen seiner Präzision sehr beliebt.
Ein Zeuge, der anonym bleiben möchte, dessen Personalien aber sowohl MOZ.de als auch der Polizei vorliegen, schildert der Zeitung das unglaubliche Geschehen. Er war mit seiner Freundin nachts in der Innenstadt unterwegs. Das Paar hatte sich mit dem Taxi am Markt absetzen lassen, sie wollten noch in einer Kneipe einkehren, einen Absacker trinken.

Hilferufe aus einer Wohnung über dem Altstadt Döner

Dann hörten sie die Hilferufe einer Frau aus einer Wohnung an der Friedrich-Ebert-Straße 19. Laut dem Zeugen waren auch Geräusche von Schlägen zu hören. Das Paar alarmierte die Polizei. Dann sei ein älterer Herr aus dem Haus gekommen, der behauptete, mit der Angelegenheit nichts zu tun zu haben. Kurze Zeit später kam auch die Frau, die offensichtlich zuvor um Hilfe gerufen hatte.
Der Zeuge sagt, sie habe Verletzungen am Auge gehabt, es aber abgestritten, dass es Streit gegeben habe. „Aber die Wunden waren offensichtlich ganz frisch“, sagt der Zeuge. Keine zwei Minuten später sei dann auch der Mann aus dem Haus gekommen und habe die Machete oder das Messer geschwungen, ausgeholt und zugeschlagen.

Die Frau erlitt Hirnblutungen und schwere Verletzungen im Gesicht

Die 34 Jahre alte Frau, die eigentlich nur helfen wollte, wurde am Kopf getroffen. Sie erlitt eine acht Zentimeter große Schnittwunde im Gesicht. Durch den Schlag wurde auch eine Hirnblutung ausgelöst. Kechichian bestätigt die Schilderungen. Sie decken sich mit den aktuellen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft. Erst jetzt traf die Polizei ein. Der Mann verschanzte sich in seiner Wohnung über dem Imbiss. Die Polizisten forderten eine Spezialeinheit an, so die Informationen, die MOZ.de erhielt.
Wie MOZ.de erfuhr, ermittelt die Mordkommission. Der Angreifer sei am Sonntagmorgen gefasst worden. „Bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung fanden die Ermittler dann die Japan-Säge“, sagt Kechichian. Die Klinge des zur Waffe umfunktionierten Werkzeugs ist 29,5 Zentimeter lang. Der Griff hat eine Länge von 31 Zentimetern.
Die 34-Jährige war zunächst nicht vernehmungsfähig, hat der Polizei gegenüber aber inzwischen auch eine Aussage gemacht. An den eigentlichen Angriff selbst kann sie sich zurzeit nicht erinnern. Kechichian sagt: In Lebensgefahr schwebt sie nicht mehr.
Korrektur: In einer früheren Version des Textes war von einer Machete die Rede. Es handelt sich jedoch um eine Japan-Säge.