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Mit Wodka im Weltall

Sigmund Jähn, aufgenommen am 27.08.2015 in den Räumen der Deutschen Raumfahrtausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz (Sachsen-Anhalt).
Sigmund Jähn, aufgenommen am 27.08.2015 in den Räumen der Deutschen Raumfahrtausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz (Sachsen-Anhalt). FOTO: Katrin Mädler (dpa-Zentralbild)
Strausberg/Morgenröthe-Rautenkranz. Der erste Deutsche im All war ein DDR-Bürger. Mit der Rakete Sojus 31 startete Sigmund Jähn am 26. August 1978 vom russischen Raumfahrtzentrum Baikonur aus - gemeinsam mit dem sowjetischen Kosmonauten Waleri Bykowski (82). Sieben Tage, 20 Stunden und 49 Sekunden blieb er im All. dpa

Am 13. Februar feiert Jähn nun seinen 80. Geburtstag - ganz privat. Für größere Aktionen fehle ihm einfach die Zeit und auch die Stimmung, teilte er auf Anfrage mit.

125 Mal umkreiste er die Erde. An Bord erledigte er zahlreiche Experimente und machte Aufnahmen von der Erde mit der Multispektral-Fotokamera MKF-6 aus Jena. Er hatte auch den Status eines „Angestellten der Deutschen Post im Weltraum“: Mit einer für das All geeigneten Apparatur stempelte er Sonderpostwertzeichen ab.

An Bord durfte er nur ein Kilogramm persönliches Gepäck mitnehmen. In Erinnerung an seine vogtländische Heimat nahm er eine Postkarte von Markneukirchen mit. Außerdem hatte er offizielle Mitbringsel für seine Mit-Kosmonauten dabei, wie das Kommunistische Manifest und Goethes „Faust“, aber auch die Figur des Fernseh-Sandmännchens. In einer Fernsehsendung hat er jetzt ein kleines Geheimnis ausgeplaudert: Mit einem winzigen Schlückchen Wodka hatte der Kosmonaut auf seine geglückte Ankunft auf der russischen Raumstation am 26. August 1978 angestoßen. Wie er den Schnaps an Bord schmuggelte, hat er jedoch nicht verraten. Auf jeden Fall sei in der Tube, auf der in kyrillischen Buchstaben „Sok“ für Saft stand, ein anderer Inhalt gewesen. „Wir hatten ein angenehmeres Getränk“, erinnerte sich Jähn.

Am 3. September 1978 landeten Jähn und Bykowski mit einer Kapsel wohlbehalten in der kasachischen Steppe. Der damals 41-Jährige behielt davon Schäden an der Wirbelsäule zurück, wie er Jahre später eingestand.