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| 19:04 Uhr

Mit Hunden und Wärmebildkamera Suche nach Rebecca im Wald bei Storkow
Mit Hunden und Wärmebildkamera

 Auch am Freitag kamen speziell ausgebildete Hunde zu Einsatz.
Auch am Freitag kamen speziell ausgebildete Hunde zu Einsatz. FOTO: dpa / Paul Zinken
Kummersdorf/Berlin . Die Suche nach Rebecca im Wald bei Storkow ist aufwendig und bleibt auch am zweiten Tag ohne Ergebnis. Von Christopher Braemer

Es ist ein Geduldsspiel: Am zweiten Tag der Suche im Wald zwischen Kummersdorf und Wolzig sind zwar deutlich weniger Journalisten vor Ort. Doch die Berliner Polizei ist trotz des Feiertags in der Hauptstadt wieder mit über 70 Kräften im angrenzenden Brandenburg im Einsatz.

Und sie hat Unterstützung aus Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern erhalten: Beide Bundesländer schickten speziell ausgebildete Suchhunde, so dass insgesamt sechs Leichenspürhunde und sechs Suchhunde für lebende Menschen im Einsatz sind. Einige der Hunde werden an den Autobahnabfahrten Friedersdorf und Storkow eingesetzt. Das soll offenbar die möglichen Fahrtstrecken des tatverdächtigen Schwagers Richtung Kummersdorf klären. Sogenannte Mantrailer-Hunde sind speziell zum Aufspüren von Menschen ausgebildet. Sie können auch nach Tagen noch menschliche Gerüche voneinander unterscheiden.

Der Polizei-Hubschrauber kreist unermüdlich in der Luft. „Dort gibt es eine sehr gute Wärmebildkamera, die das Gebiet von oben abchecken kann”, informiert Polizeisprecherin Konstanze Dassler. „Wir schöpfen jedes Einsatzmittel aus, um zur Klärung des Falls beizutragen.”

Gegen 16.30 Uhr steuert ein Spürhund direkt auf die ausweichende Journalistentraube vor dem Absperrband zu. So stark und schnell, dass seine Führerin und ihre zwei Begleiterinnen in der gelben Weste joggen müssen. Die Spürnase rennt die Hauptstraße hoch Richtung Kummersdorf, um anschließend denselben Weg zurückzulaufen.

In Kummersdorf selbst ist es dagegen gewohnt ruhig, der Storkower Kanal fließt durch den idyllischen Ort, der viele Wochenend-Urlauber anzieht. Die Suche nach dem Mädchen ist natürlich Hauptgesprächsthema. „Ich habe selbst zwei kleine Kinder, vier und sechs Jahre alt”, sagt eine Frau, die gerade vom Reiterhof kommt. „Hier gibt es tausend Versteckmöglichkeiten, die Suche gleicht einer Nadel im Heuhaufen”, sagt Hans-Jürgen Barthel. Der Jagdhelfer ist mit seinem Labrador unterwegs, kennt den Wald nach eigener Aussage wie seine Westentasche. Dort gebe es viele Buden und Bungalows. Ein Passant sagte, einige von ihnen seien ganzjährig bewohnt. „Den Leuten müsste ein fremdes Auto sicher aufgefallen sein.”

Auch Enrico Graß, Ortsvorsteher des 560-Seelen-Ortes Kummersdorf, wirkt betroffen. „Wir haben Kaffee und Unterstützung angeboten. Aber die Einsatzkräfte sind sehr professionell aufgestellt.“ Graß ist Gruppenführer bei der Feuerwehr Nord in Storkow: „Wir würden auch selbst helfen, aber die Polizei hat das mit der Hundertschaft im Griff.” Im Kummersdorfer Kindergarten hat man den Helikopter auch bemerkt. „Für uns ist es ein gruseliges Gefühl, wir hoffen auf ein positives Ende, auch wenn die Chancen gering sind”, sagt Bianca Wankmüller, die Leiterin.