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| 13:18 Uhr

Zwei Lausitzer weiter auf Weltreise
Mit gebrochenem Mast in den rettenden Hafen

Auf Feuerland: Klaus-Peter Jaschke nimmt im Fjord Kurs zu den Gletschern.
Auf Feuerland: Klaus-Peter Jaschke nimmt im Fjord Kurs zu den Gletschern. FOTO: Klaus-Peter Jaschke
Brasilien/Cottbus. „Nach Getriebeschaden auf Silvester-Kurs“, hieß der letzte Teil über die beiden Seevagabunden aus der Lausitz. Klaus-Peter Jaschke und seine Frau Ingrid – beide Jahrgang 1954 – haben inzwischen Feuerland besucht. Auch ein Gletscher-Abstecher gehörte da dazu. Doch später auch erneut ein Drama. Von Frank Hilbert

Doch kurz vor Ostern sind die Nachrichten ähnlich wie schon vor Weihnachten. Doch zunächst ging das Paar Ende Februar mit ihrem Schiff „Hembadoo“ bei den Falklandinseln vor Anker. „Die Gegend hier ist traumhaft . Bei der Einfahrt in die King George Bay sind wir durch eine Herde Wale gesegelt. Es wimmelt hier nur so von Tiere. Die Robben kommen bis zur Hälfte aus dem Wasser um uns anzuschauen. Die Tiere sind überhaupt nicht scheu. Für die meisten sind wir wahrscheinlich die ersten Menschen mit Boot. Der Wind nimmt schon langsam zu. Wir habenSicherheitshalber den zweiten Anker ausgebracht. Mal sehen wie sich das bis morgen Nachmittag entwickelt und ob wir am Sonntag weiter können, denn die Wellen werden gewaltig sein“, schrieben sie am 23. Februar ihrer Tochter Ivonne Jaschke.

Feuerland – Ingrid Jaschke genießt den Blick auf die Gletscher.
Feuerland – Ingrid Jaschke genießt den Blick auf die Gletscher. FOTO: Klaus-Peter Jaschke

Während der Weiterfahrt mit Kurs auf Angar dos Reis an der südlichen Küste des brasilianischen Bundesstaates Rio de Janeiro passierte es dann: Nacheinander brachen die beiden Führungsrollen der Genua (Segel). Die Jaschkes müssen mit Motorunterstützung weiterfahren. „Das mit dem vielen Motor fahren müssen, ist auch ein viel zu großer Dieselverbrauch. Hoffen, dass es trotzdem reichen wird. Ziel ist immer noch Angar dos Reis, Brasilien. 1600 Meilen nur noch. Hoffentlich brauchen wir in keinen anderen Hafen“, so die Mitteilung vom 28. Februar.

Dann kaum Wind, sie müssen kreuzen und Klaus-Peter Jaschke konstatiert: „Kreuzen = doppelter Weg und dreifache Zeit.“ Zwischen Wellen von drei bis acht Metern Höhe geht es voran, während Klaus-Peter Jaschke die gebrochenen Rollen der Genua schweißt. „Na das war eine akrobatische Einlage.“ Er rechnet noch mit 16 bis 18 Tagen bis zum Ziel.

Dann ein Sturm mit 55 Knoten Wind und neun Meter hohen Wellen – auch den besteht die „Hambadoo“. „Bei dem Gewitter heute Nacht haben wir gedacht, die Hölle hat ihre Tore geöffnet. Es gab mehrere Blitze pro Sekunde und es war dadurch taghell. Des Weiteren gab es einen sinnflutartigen Regen, so etwas haben wir in unserem Leben noch nicht erlebt“, schreiben sie am 19. März ihrer Tochter. Während des Unwetters wurden sie durch ein Marine-Boot begleitet, haben aber signalisiert, dass sie keine Hilfe benötigen..

Doch drei Tage später ist es dann passiert – der Besanmast ist gebrochen. Beim Umkippen habe der Mast einiges auf dem Schiff zerstört. Das Steuerrad ist durchgebrochen. Auch mit dem Motor gibt es Probleme. Er wird heiß. Den Mast binden sie so gut es geht auf dem Schiff fest. Bis zum Ziel sind es noch 450 Meilen. Sie entschließen sich umzudrehen und zum 250 Meilen entfernten Rio Grande zu fahren.

Eine Heftige Welle gibt dem Mast den Rest und bricht ihn in zwei Teile. „Noch etwa 100 Meilen. Dann können wir nur hoffen, dass der Motor es schafft und dass unsere drei Kanister Diesel reichen (Strömung)“, so die Mitteilung am 23. März. Laut Standortmeldung auf ihrer Website, haben die Jaschkes den Hafen von Rio Grande in Brasilien erreicht. Dort geht es an die Reparaturarbeiten.

Frohe Ostern sehen sicherlich schöner aus. Die Jaschkes werden dies vielleicht ganz anders sehen: Trotz gebrochenem Mast und knappen Dieselvorrat, Wind und Wetter doch noch im Hafen angekommen!