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Mit Fahrplanwechsel hält der RE 2 in Ostkreuz

Auf der Strecke nach Berlin bleiben die Haltepunkte Raddusch, Kolkwitz und Kunersdorf vorerst abgehängt.
Auf der Strecke nach Berlin bleiben die Haltepunkte Raddusch, Kolkwitz und Kunersdorf vorerst abgehängt. FOTO: Hilbert
Cottbus. Dritter von vier Regionaldialogen zum neuen Landesverkehrsplan 2018 bis 2022 in Cottbus eröffnet Aussicht auf mehr Halte und Taktverbindungen im Regionalverkehr. Für Raddusch, Kolkwitz und Kunersdorf ist noch keine Wiedereintaktung in Sicht. Beate Möschl

Cottbus war gestern Gastgeberstadt für den dritten von vier Regionaldialogen zum Landesnahverkehrsplan 2018 bis 2022 sowie zur Strategie Stadtentwicklung und zum Landesentwicklungsplan. Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) konnte dazu rund 120 Gäste begrüßen, darunter Bürgermeister und Amtsdirektoren aus Südbrandenburg, Landtags- und Kreistagsabgeordnete, Vertreter von Verbänden, Verkehrsbetrieben und Partnerunternehmen der Bahn.

Detlef Höppe vom Referat ÖPNV, Eisenbahnen des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) stellte Eckpunkte des neuen Landesverkehrsplans vor, der im Herbst in ein Beteiligungsverfahren gehen und zum Jahresende als Entwurf vorliegen soll.

Vorgesehen ist unter anderem, dass die Regionalexpress-Züge der Linien RE 1, RE 2 und RE 7 sowie die Regionalbahn RB 14 in Berlin Ostkreuz halten. Auf der Linie RE 3 wird zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 eine zusätzliche Fahrt Falkenberg-Jüterbog am Morgen und am Nachmittag zurück mit Anschluss von und nach Berlin eingerichtet. Die Regionalbahn RB 24 wird dann ihre letzte Fahrt nicht wie bisher in Lübbenau beenden, sondern nach Cottbus verlängert. Überlegt wird auch ein Linientausch zwischen RB 24 (Eberswalde-Berlin-Wünsdorf) und RE 7.

Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich (CDU) begrüßte die Planung, Senftenberg über die RE 7 anzubinden an Berlin, forderte aber auch auf, an die enge Beziehung nach Sachsen und die Verbindung nach Dresden zu denken. Das hat das Land auf dem Schirm, einschließlich Leipzig, so Schneider.

Bernd Arm, Abteilungsleiter Angebote und Infrastruktur beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), kündigte an, dass im September in Berlin-Ostkreuz die neuen Regionalbahn-Bahnsteige eröffnet werden. Ab dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 werde dann auch der RE 2 in Ostkreuz halten. Dafür entfällt der Halt im Ostbahnhof. Werner Fuchs aus Guben, Kreisverband Spree-Neiße Bündnis90/ Grüne, meldete Zweifel an der Umsetzbarkeit der Pläne zur höheren Taktung auf den Strecken an. "Man darf den Güterverkehr nicht vergessen", mahnte er. Frank Deutschmann, Bürgermeister der Gemeinde Heideblick, äußerte Bedenken, dass die Teilung des RE 2 in RE 2 Cottbus-Nauen und RE 9 Wittenberge-Berlin-Elsterwerda tatsächlich der Stabilisierung des Bahnbetriebs dienen wird. Er nannte die Strecke Wittenberge-Berlin "problematisch" und sieht Fahrgäste aus der Region Elsterwerda zu Pendlern 2. Klasse werden. Dem widersprachen Ministerin Schneider und Bernd Arm. Die Anbindung mit dem RE 9 werde es "weiterhin in guter Qualität geben", sagte Arm. Über 90 Prozent der Züge nach Wismar seien pünktlich. Das sei auf Nachsteuerungen zurückzuführen, die 2015 vorgenommen wurden.

Matthias Hantscher, Bürgerinitative Haltepunkt Raddusch, monierte mit Blick auf die geplante Teilung des RE 2, dass beim Land plötzlich Dinge in Erwägung gezogen werden, von denen es bisher hieß, das geht nicht. "Wir sind eine Bürgerinitiative, die nicht nur Krawall macht, sondern auch Vorschläge", sagte er und: "Wann werden Raddusch, Kolkwitz und Kunersdorf wieder angebunden, wir können nicht bis 2030 warten. Wir brauchen Aussagen bis 2018."