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| 06:47 Uhr

Tierfotograf René Alexander
Mit der Kamera der Natur auf der Spur

Ein weiteres Foto mit Seltenheitswert – zahlreiche Störche haben sich auf einem Baum versammelt.
Ein weiteres Foto mit Seltenheitswert – zahlreiche Störche haben sich auf einem Baum versammelt. FOTO: René Alexander / Rene Alexander
Groß Drewitz. Hirsch, Reh, Dachs, Marderhund, Fuchs, Fischotter, Waschbär, Eisvogel, Wiedehopf und sogar Wölfe – René Alexander aus Groß Drewitz hat sie alle im „Kasten“.

„Im Kasten“ heißt für den 38-Jährigen, auf den Speicherkarten seiner Kameras eingefangen. Im Jahr 2013 habe er die Fotografie für sich entdeckt, wie er sagt. Und daraus wurde dann schnell die Spezialisierung auf Tierfotografie. „Ich habe auf Facebook viele solcher Bilder gesehen, die mein Interesse geweckt haben“, sagt der bescheidene junge Mann, der in seinem Heimatdorf Groß Drewitz aufgewachsen ist. Dieses ist umgeben von viel Natur mit zahlreichen Wäldern. Also ein ideales Terrain für ihn.

Tierfotograf René Alexander.
Tierfotograf René Alexander. FOTO: Frank Hilbert

Im Jahr 2016 hat er dann den nächsten Schritt gewagt und sich ein Zoom-Teleobjektiv mit 150 bis 600 Millimeter Brennweite zugelegt, um den Tieren noch näherkommen zu können. Seine Aufnahmen macht er im RAW-Format, die er dann mit der Bildbearbeitungs-Software  Lightroom nur noch geringfügig optimiert. Das ganze aufwändige Bildbearbeitungs-Prozedere, wie es andere Fotografen praktizieren, sei nicht so sein Ding. Da nutze er die Zeit lieber, um neue Motive im Wald zu entdecken.

Ganz in Pose – als ob der Hirsch wüsste, dass er fotografiert wird.
Ganz in Pose – als ob der Hirsch wüsste, dass er fotografiert wird. FOTO: René Alexander / Rene Alexander

„Ich habe zwar ein Tarnzelt dafür, aber das habe ich bislang kaum genutzt. Zum Einsatz kommen vielmehr ein Tarnüberzug und ein Tarnnetz. Mit dem habe ich zum Beispiel den Eisvogel vor die Linse bekommen. Per Zufall hatte ich das Loch zu seiner Bruthöhle in einer Uferböschung entdeckt. Es hat dann zwei Stunden gedauert, bis ich zu meinem Foto kam. Er war nur fünf Meter von mir entfernt“, sagt René Alexander.

Dieses Foto gelang versteckt hinter einem  Tarnnetz.
Dieses Foto gelang versteckt hinter einem Tarnnetz. FOTO: René Alexander / Rene Alexander

Doch nicht nur er selbst liegt oft und lange mit seiner Digitalkamera auf der Lauer – er lässt im übertragenen Sinn auch andere Technik „auf der Lauer“ liegen. Gemeint sind seine beiden Wildkameras, die er gut versteckt in Stellung bringt. Auf diese Weise hat er schon Fischotter, Dachs, Marderhund oder den Fuchs aufs Video gebannt.

Neugierig schaut der Waschbär aus dem Wildpflaumenbaum.
Neugierig schaut der Waschbär aus dem Wildpflaumenbaum. FOTO: René Alexander / Rene Alexander

Letzteren sogar, als dieser auf dem heimischen Grundstück den Hühnerstall ausbaldowert. „Kurz darauf war eine Henne verschwunden. Leider hat die automatisch arbeitende Kamera diese Aktion nicht festhalten können“, erinnert er sich. Was seine Wildkameras aber sonst so alles an Raritäten erwischt haben, hat René Alexander für einen Video-Zusammenschnitt der RUNDSCHAU zur Verfügung gestellt.

Und dazu gehört auch eine ganz besondere Rarität: „Auf der Suche nach ein paar passenden Steinen für den Garten habe ich Wolfsspuren entdeckt“, sagt er, der im Landschaftsbau tätig ist. Kurz darauf habe ein Wolf nachts seine Fotofalle ausgelöst. Er war nur für Sekunden zu sehen. Er platzierte danach dann die Wildkamera an einem Weg, wo er die Spuren entdeckt hatte und staunte nicht schlecht, als diese mitten am Tag fünf Wölfe filmte. Für den engagierten Tierfotografen eine kleine Sensation. „Ich find’s toll mit den Wölfen. Sie gehören zur Natur, schließlich waren sie hierzulande ja mal heimisch. Wenn schon jemand behauptet, ein Tier gehöre nicht hierher, dann eher der Waschbär“, betont der Fotoamateur.

„Da inzwischen viele solcher Wildkameras geklaut werden, hänge ich meine abends auf und hole sie früh wieder. Wenn Jäger davon wissen, lasse ich sie auch mal etwas länger draußen“, erklärt René Alexander und macht damit auf einen Teil seiner Arbeitsweise aufmerksam. Er pflege wann immer es ihm möglich ist Kontakte zu den Jägern, damit sie wissen, wer sich warum in ihrem Revier bewegt. Von ihnen bekommt er so machen guten Tipp, und er revanchiert sich mit Fotos dafür.

Aber auch der Zufall habe ihm schon so manche tolle Aufnahme beschert, von denen einige ebenfalls im Video zu sehen sind. So zum Beispiel das Foto mit dem  Baum voller Störche, bei dem der Betrachter zuerst den Eindruck einer Fotomontage hat. „Das Bild ist auf einer großen Wiese unweit von Guben entstanden“, erinnert er sich. Oder der Waschbär, der neugierig in seine Kamera starrt. „Da wollte ich eigentlich zu den Bibern bei Krayne fahren, sah dann aber am Ufer einen Waschbär. Dann stellte sich heraus, dass es sich gleich fünf Waschbären in einem Wildpflaumenbaum gutgehen ließen“, erklärt er seinen schönen Schnappschuss.

Apropos Schuss – so manches seiner gestochen scharfen Vögel-Fotos habe er übrigens mittels einer selbst angelegten Futterstelle geschossen, wie er zugibt. Auch das gehöre für ihn dazu. Sein Tipp für Foto-Anfänger auf diesem Gebiet: „Bei so einer Futterstelle sollte man für einen Ast in der Nähe zum Anfliegen sorgen, um die Vögel gut vor die Kamera bekommen zu können.“  Ansonsten brauche man für ein gutes Foto viel Geduld – und die hat René Alexander offenbar im Überfluss.

Hier geht es zum Video mit interessanten Naturaufnahmen, inklusive Bildergalerie.