Der Fachkräftemangel in Berufen, die auf Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) aufbauen, wird sich weiter verschärfen, das belegen regelmäßige Studien. Forscher sehen den Grund darin, dass sich Jugendliche zu wenig für Fächer wie Chemie oder Physik interessieren.

Das liegt am Image der Fächer, aber auch an der Gestaltung der Unterrichtsstunden. „Physikunterricht soll kontextorientierter sein“, sagt Andreas Borowski vom Lehrstuhl Didaktik der Physik der Universität Potsdam. „Aber wir tun uns manchmal schwer, lebensweltliche, sinnstiftende Kontexte herzustellen.“

Einen Lichtblick bietet das Max-Steenbeck-Gymnasium in Cottbus, das sich auf Technik und Naturwissenschaften spezialisiert hat. Andreas Tosch, der dort Physik lehrt, wurde in diesem Jahr von der Physikalischen Gesellschaft Berlin ausgezeichnet. Seinen Unterricht lobten die Juroren als besonders lebensnah, interessant und spannend.

Für solche Unterricht brauche es aber eine gute Ausstattung der Schulen, sagt Borowski. „Wenn man Experimente machen will, dann sollten genug Versuchsaufbauten Instrumente vorhanden da sein, sonst kann man die Schüler nicht aktiv beteiligten werden können.“

Studien wie das jährliche Mint-Nachwuchsbarometer empfehlen Lehrern und Erziehern, das Interesse der Kinder an Naturwissenschaften auf allen Entwicklungsstufen zu fördern, beginnend im Kindergarten. Das müsse dann aber an den Schulen durch Personal und Mittel untersetzt sein, sagt Olaf Köller von der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften in München: „Was nützt es, wenn in der frühen Bildung Begeisterung für Mint vermittelt wird, dann aber in der Sekundarstufe II das Fach Informatik aufgrund von Lehrermangel nicht angeboten wird.“