ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:45 Uhr

Ministerin rechtfertigt Aus für Lausitzer Bahnhalte

Einspurige Bahnlinie im Morgennebel
Einspurige Bahnlinie im Morgennebel FOTO: © Harald Biebel - Fotolia.com
Cottbus. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember soll der Regionalexpress (RE) 2 von Cottbus über Berlin nach Wismar pünktlicher werden. Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) nimmt dafür auch die Teilstilllegung dreier Bahnhalte in Kauf. Benjamin Lassiweund Christian Taubert

"Moment - wir schließen keine Halte. In Kunersdorf, Kolkwitz und Raddusch halten alle Züge vor 7 und nach 22 Uhr", betont Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider im RUNDSCHAU-Interview. Für die übrige Zeit des Tages werde es ein Buskonzept geben. Damit werde sichergestellt, dass "die Kindergartenkinder nach Vetschau, Schüler in die Schule und ältere Leute zum Arzt oder Einkaufen kommen".

Schneider hält damit an der Position des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg fest, der aufgrund der zunehmenden Verkehre in und nördlich von Berlin vier Minuten mehr Zeit im Süden der RE 2-Strecke benötige. Die SPD-Politikerin rechtfertigt in dem Interview die Teilstilllegung der Lausitz-Halte, um dem chronisch verspäteten RE 2 endlich zu mehr Pünktlichkeit zu verhelfen.

Zurzeit würden 70 Prozent der Züge fahrplangerecht verkehren. Mit dem neuen Fahrplan "hoffe ich sehr, dass der RE 2 pünktlicher wird". Dass der RE 2 im Norden des Landes mehr Fernverkehr Vorfahrt gewähren müsse, sei im Fahrplan berücksichtigt. "Aber das, was im Süden passiert, kann auch nur im Süden geklärt werden", betont Schneider.

Neben dem Fahrgastverband Pro Bahn sieht auch der Deutsche Bahnkundenverband (DBV) die Teilstilllegung von Bahnhalten skeptisch. "Anstatt nur an den Symptomen ein wenig herumzudoktern, brauchen Berlin und Brandenburg ein neues Regionalbahnkonzept", erklärt DBV-Landeschef Frank Böhnke.